Monthly Archives

Juni 2017

Nachgefragt: Stadtverwaltung muss Farbe bekennen

Mit einer Anfrage im Haupt- und Finanzausschuss hat der Vorsitzende der Fraktion Bürgeraktion, Ludger Reffgen, die Stadtverwaltung aufgefordert, Farbe zu bekennen, wie sie mit dem Verdrängungsprozess von finanziell schlechter ausgestatteten Menschen an der Beethovenstraße umgehen will.

„Hat das Rathaus ein Konzept zur sozialen Quartiersentwicklung?“, lautet eine zentrale Frage. Für die Besucher unserer Homepage und der Facebook-Seite der Bürgeraktion dokumentieren wir die Anfrage im Wortlaut:

Anfrage zur Haupt- und Finanzausschusssitzung am 28. Juni 2017: 

Quartiersentwicklung an der Beethovenstraße

An der Beethovenstraße hat sich im Schatten des Hochhauses im Laufe vieler Jahre und von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen auf privater Initiative ein Bürger- und Begegnungszentrum etabliert. Während die dortige Bäckerei einen wichtigen Beitrag zur Sozialarbeit in dem Quartier leistet, hat sich das angeschlossene Café als soziokulturelles Zentrum entwickelt. Beide informellen Einrichtungen sind als Strukturelement im Laufe der Zeit fester Bestandteil einer als fortschrittlich konzipiert zu betrachtenden Stadtentwicklung geworden. Sie übernehmen für die lokale Szene diverser Randgruppen wichtige Funktionen, z. B. die Freiraumfunktion für benachteiligte Minderheiten.

Die Herausforderung für das Quartierszentrum besteht in der Sicherung der täglichen Lebensqualität. 

Angesichts der Absicht, an gleicher Stelle den Baubestand aufzugeben und durch ein bebauungsplankonformes Neubauvorhaben zu ersetzen, stellt sich die Frage, ob das Bauprojekt auf eine bürgerorientierte Stadtentwicklung ausgerichtet ist.

Wir fragen die Verwaltung:

  1. Wie beabsichtigt die Stadtverwaltung sicherzustellen, dass mit der Stadtentwicklung im Bereich Beethovenstraße die Schaffung besserer sozialer und kultureller Bedingungen für alle Bürger und die Chancengleichheit als wesentliches Kriterium in eine ganzheitliche Planung eingehen?
  2. Was unternimmt die Stadt projektbegleitend, um die bestehenden Kommunikationsstrukturen zu erhalten bzw. aufzufangen? 
  3. Verfügt die Verwaltung über eine Strategie zur sozialen Quartiersentwicklung? Wenn ja: Welche Vorstellungen hat die Verwaltung bezüglich eines städtebaulich- und soziokulturell getragenen integrierten Quartiersentwicklungskonzepts? 
  4. Gedenkt die Verwaltung die soziokulturellen Erfordernisse mit dem Investor eines neuen Quatierszentrums abzustimmen? Wenn ja, wann und auf welchem Wege soll dies geschehen?
  5. Hat die Verwaltung eine Strategie, um das Bauprojekt sozialraumorientiert fachübergreifend zu Gunsten einer sozialen Stadtentwicklung zu begleiten?
  6. Wie soll den sozialen Gegebenheiten, den Bedürfnissen, Möglichkeiten und Ressourcen der Bewohnerinnen und Bewohner und ihrer Lebenswelt künftig entsprochen werden?

 

Bürgermeisterin zeigt keine Einsicht zur Optimierung der Ausbildungsbörse

 
Dass die Verwaltung mit praktischen Erwägungen nichts im Sinn hat, war abzusehen. Schon gar, wenn solche Vorschläge – seien sie auch noch so marginal – von der im Hildener Stadtrat oppositionellen Bürgeraktion kommen. Deshalb darf die Reaktion zur BA-Anregung, die jährlich stattfindende Ausbildungsbörse zeitlich vor die Osterferien zu verschieben, nicht wundern: Der Vorschlag wurde kategorisch abgelehnt.
Die Bürgeraktion hatte die Anregung mit der praktischen Erfahrung begründet, dass Anbahnungsgespräche auf der Ausbildungsbörse sehr häufig in das betriebliche Angebot münden, ein Praktikum zu absolvieren. Soweit es sich um ein Schülerpraktikum handelt, das von der Schule organisiert wird und während der Schulzeit stattfindet, ist das kein Problem. In der Regel werden jedoch mehrere Praktika zur Berufsorientierung benötigt. Dann macht die Schule zu Recht darauf aufmerksam, dass dafür die Ferien herangezogen werden mögen.
Das ist jedoch leichter gesagt als getan. Wenn nämlich zum Zeitpunkt der Ausbildungsbörse die Osterferien schon vorbei sind, steht zumindest diese unterrichtsfreie Zeit nicht mehr zur Disposition. Andererseits drängt die Zeit, weil in den meisten Fällen das Ausbildungsjahr zum 1. August beginnt und tunlichst vor dem Sommer der Ausbildungsvertrag unter Dach und Fach sein sollte.
In den meisten Städten, in denen eine Ausbildungsbörse angeboten wird, wird darauf Rücksicht genommen. Weil der Sachverhalt einleuchtet und der Veranstaltungskalender darauf abgestimmt wird. In Hilden sieht die Bürgermeisterin dafür keine Notwendigkeit. Traurig für alle, die darum bemüht sind, im Hinblick auf die Berufswahl eine gute Entscheidungsgrundlage zu bekommen. Schade!
MEHR ZUM THEMA:

Miete für Fahrradboxen

 
Bürgeraktion: „Kein Beitrag zur Radförderung“
Als „Schritt in die falsche Richtung“ sieht der Fraktionsvorsitzende der Bürgeraktion, Ludger Reffgen, die Regelung, ab 1. Juli für die Benutzung der Fahrradboxen an den S-Bahn-Haltepunkten 80 Euro Jahresmiete zu erheben. Wer vorgebe, „angesichts der Dauerstaus auf den Straßen und der Parkplatznot als umweltfreundliche Alternative die Mobilität mit Fahrrad, Bus und Bahn fördern“ zu wollen, tue gut daran, Pendlern das Umsteigen aufs Rad schmackhaft zu machen.
Mit der von fast allen Ratsfraktionen beschlossenen Einführung der Jahresmiete werde genau das Gegenteil betrieben. Vergleichsweise sei es künftig billiger, sein Auto auf den kostenlosen Park+Ride-Parkplätzen an den Bahnhöfen abzustellen, als einen sicheren Unterstand für das Fahrrad zu bekommen. „Mit klimafreundlicher Radförderung hat das nichts zu tun“, stellt Reffgen klar, „zumal die Einnahmen auch nicht zweckgebunden dem Ausbau des Zweiradverkehrs in Hilden zukommen, sondern im allgemeinen Haushalt verschwinden“.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen