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Schlaglichter aus dem Stadtrat II: Gestaltungsbeirat

 

Kontroversen auch beim Thema Gestaltungsbeirat. Nachdem es anfangs, auch aus der Verwaltung und demzufolge vor allem bei SPD und CDU deutliche Vorbehalte gegen dieses Gremium gab, schien man sich nach und nach – mit Ausnahme der Allianz – einig: Hilden könnte bei strittigen Bauvorhaben an stadtbildprägender Stelle von der fachlichen Begleitung durch einen Gestaltungsbeirat profitieren.

Dem gehören im Kern externe Architekten an, die bei prominenten Bauprojekten zwischen Stadt und Bauherren vermitteln und die Beteiligten vornehmlich zur Einfügung des Objekts in das Stadtbild fachlich beraten sollen. Da bei derartigen Bauvorhaben in der Regel auch die Politik ein Mitspracherecht hat, sollte  – so sah es die Geschäftsordnung im Entwurf vor – je Fraktion ein Vertreter mit beratender Stimme hinzukommen.

Was unkompliziert schien, endete jedoch am Einspruch der SPD. Im Zentrum ihrer Kritik: Die politische Ausgewogenheit gefällt der SPD nicht. Die gleichmäßige Beteiligung aller Fraktionen soll durch eine ausschließliche Regelung ersetzt werden, die sich nur auf die Vorsitzende und stellvertretende Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses beschränkt. Da beide Funktionen traditionell von den beiden größten Fraktionen besetzt werden, ist das Ziel durchsichtig: SPD und CDU möchten sich ein Privileg verschaffen, und die anderen Fraktionen vom unmittelbaren Informationszugang fern halten.

Schlaglichter aus dem Stadtrat I: Schulentwicklungsplan

 

Der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause mangelte es wieder einmal nicht an Debatten-Zündstoff. Dafür sorgten vor allem zwei Reizthemen: Während der seit Wochen die lokalen Schlagzeilen bestimmende Schulentwicklungsplan seinen letzten Akt erlebte, ging es beim zu gründenden Gestaltungsbeirat wegen eines Formfehlers der Verwaltung noch in erster Linie um dessen Zusammensetzung und die Frage „Wer ist dabei, und wer schaut zu?“

Genau genommen, rankten sich die beiden Themen eigentlich um die gleiche Frage: Es geht immer ums Dabeisein. Beim Schulentwicklungsplan, wen die Astrid-Lindgren-Schule im Süden ab dem Schuljahr 2019/2020 noch aufnehmen darf. Das werden auf jeden Fall weniger Schüler sein als heute. Denn die beliebte, bisher dreizügige Schule soll auf Empfehlung der Stadtverwaltung und nach dem Willen von SPD, Grünen, Allianz und Bürgermeisterin (SPD) auf zwei Züge beschränkt werden.

Um das durchzusetzen, schien den Befürwortern jedes Mittel recht. Zuerst wurde das Votum des Schulausschusses rücksichtslos beiseite gefegt. Der hatte beabsichtigt, im September mit einem überarbeiteten Plan seine Beratungen fortzusetzen und nach einem Konsens zu suchen.

Das durchkreuzte die Bürgermeisterin, die den Plan in bisheriger Fassung bereits jetzt im Stadtrat zur finalen Abstimmung stellte, um damit formal Fakten zu schaffen. Die als dreist empfundene Aktion zog ihr zwar den ungläubigen Zorn vieler in der Sitzung anwesender Eltern und Lehrer zu, deren bohrende Fragen jedoch am kühlen Lächeln der Verwaltungschefin abprallten.

Mitwirkung trotz Befangenheit

Da half auch kein Vertagungsantrag etwas, der mit knapper Mehrheit genauso vom Tisch gewischt wurde, wie ein Befangenheitsantrag, den die BA stellte. Der sollte einen Interessenkonflikt ausräumen, der bei einer Ratsdame der SPD anzunehmen ist, die als Lehrerin an der konkurrierenden Wilhelm-Busch-Schule in Diensten steht und für die der Schulentwicklungsplan in der beschlossenen Variante einen Vorteil bedeutet. Dieser Vorteil liegt darin, dass ihre Schule – im Gegensatz zur Nachbarschule – von Einschränkungen verschont bleibt. Aber selbst diese Hinweise auf rechtlich unzulässige Mitwirkung perlten ab und scheiterten am Teflon-Effekt der Ratsmehrheit.

Grundschulen: Das war nur der erste Schritt

Kommentar von Ludger Reffgen 

Die Gefechte sind geschlagen, die Würfel gefallen. Ab nächstem Jahr wird die Astrid-Lindgren-Schule zweizügig. Wer dann das 57., 58., 59. Kind auf der Anmeldeliste ist, hat schlechte Karten.

Nutznießer wird im Hildener Süden die Wilhelm-Busch-Schule sein, die weiterhin drei Eingangsklassen bilden darf und den Gürtel nicht enger schnallen muss. Welche weiteren Konsequenzen die Entscheidung auf die Organisation und das Raumgefüge der Grundschulen haben wird, wird man wahrscheinlich erst nach Ablauf einer Schamfrist erkennen. Zunächst einmal ist auf jeden Fall der natürliche Wettbewerb zwischen den konkurrierenden Grundschulen durch massiven Einfluss auf die Wahlfreiheit der Eltern verzerrt. Bald wird man sehen, welche weiteren Einschnitte für die Schullandschaft das bedeutet. Dann sprechen wir uns wieder.

Regieren mit der Brechstange

Wenn es darum geht, ihren Willen durchzusetzen, schreckt die SPD vor keinem Mittel zurück. Diese Erkenntnis konnten viele Beobachter aus der Ratssitzung mitnehmen, die Augenzeugen einer rücksichtslosen Machtpolitik wurden. Keine Rede vom Schutz für Minderheiten, von Interessenausgleich, oder demokratischer Verständigung. Stattdessen durchboxen von Positionen, regieren mit der Brechstange – gnadenlos.

Nützliche Handlanger

Während die örtliche SPD ihren Kurs durchzieht, fragt sich der nur gelegentliche Beobachter, wie das geht bei einer Fraktionsstärke von gerade mal 16 Ratsmitgliedern und einer immerhin 45-köpfigen Ratsversammlung. Zunächst einmal muss die SPD-Bürgermeisterin, die stimmberechtigt dem Stadtrat vorsteht, zugerechnet werden. Damit liegt die SPD zwar immer noch weit von einer Mehrheit entfernt, aber wie im Falle Schulentwicklungsplan kommen nützliche Handlanger hinzu: Die Grünen (vier Sitze) sind häufig – meistens, wenn die Große Koalition nicht funktioniert – in der Rolle als Mehrheitsbeschaffer für die SPD unterwegs. Und aktuell gefiel sich auch die Allianz mit ihren zwei Mandatsträgern an der Seite der Genossen – und sanktionierte deren demokratisch wie rechtlich skrupelloses Vorgehen gleich mit.

INFO

Befangenheit – Mitwirkungsverbot

In einem ähnlich gelagerten Fall – es ging um den Schulentwicklungsplan der Stadt Olpe und die dortige Gründung eines Schulverbundes – hat der Städte- und Gemeindebund die einschlägigen Rechtsvorschriften in der nordrhein-westälischen Gemeindeordnung (GO NRW, § 31) genauer unter die Lupe genommen. Danach sind Ratsmitglieder, die selbst oder deren Angehörige an einer Schule beschäftigt sind, wegen Befangenheit von der Abstimmung ausgeschlossen.

Schulentwicklungsplanung vs. Elternwille

 

  • Haupt- und Finanzausschuss beschließt umstrittenen Schulentwicklungsplan.
  • Bürgermeisterin verteidigt skurriles Beratungsverfahren.
  • Publikum bekommt Arroganz der Macht zu spüren.

Das kommt nicht alle Tage vor. Ungeachtet des Schulausschuss-Beschlusses, das Thema „Schulentwicklungsplanung“ in einer weiteren Sitzung des Fachgremiums ausdiskutieren zu wollen, setzt sich der Hauptausschuss über alle Beratungsgepflogenheiten hinweg: In einer spektakulären Sitzung boxt eine Mehrheit aus SPD, Grünen und Allianz das Thema durch und erzwingt eine vorläufige Entscheidung.

Zur Erinnerung: Noch vor drei Wochen hatten sich die Mitglieder des Schulausschusses mehrheitlich in der Angelegenheit vertagt. Nach der Sommerpause sollte im September über ein bis dahin von der Verwaltung vorzulegendes Alternativ-Konzept beraten werden. Darin sollte die bisher aus dem Rathaus betriebene, einseitige Benachteiligung der Astrid-Lindgren-Schule im Süden der Stadt aufgegeben und Chancengleichheit für alle Hildener Grundschulen hergestellt werden.

Dem kam jetzt der Haupt- und Finanzausschuss zuvor und beendete abrupt die weitere Diskussion. Möglich gemacht hatte dieses Verfahren die Bürgermeisterin (SPD), die als Herrin über die Tagesordnung den Punkt „Schulentwicklungsplanung“ vorschnell auf selbige gesetzt hatte und damit der Ausschussmehrheit um ihre Genossen eine Steilvorlage bot. Da konnte auch ein spontan eingebrachter Vertagungsantrag nicht mehr weiterhelfen. Er wurde unter den Augen des staunenden Publikums genau so abgeschmettert, wie der Beschlussvorschlag, im September zu einer Sondersitzung zu kommen.

Dabei hatte es an mit Engelszungen vorgebrachten Argumenten von BA, CDU, FDP und AfD nicht gemangelt. Während einerseits erneut Unstimmigkeiten im vorgelegten Zahlenwerk zur Sprache kamen, hatte für die Bürgeraktion Ludger Reffgen nochmals auf die Kernfrage hingewiesen: Es gehe darum, die Wünsche der Stadt gegen das hohe Gut des Elternwillens abzuwägen.

Schulentwicklungsplanung habe nach seinem Verständnis den Elternwillen aufzunehmen. Die BA wolle das Wahlrecht der Eltern nicht einschränken. „Wir machen nicht Schule gegen die Eltern“, sagte Reffgen in Richtung SPD und Verwaltungsbank. Der Fraktionsvorsitzende bedauerte die als so genannte „Planspiele“ getarnten Szenarien in der Schulentwicklung, die das Vertrauen der Eltern und Lehrer in verlässliche Aussagen gründlich zerstört hätten.

Im Rahmen einer Einwohner-Fragestunde hatten anwesende Eltern- und Lehrervertreter zuvor das Verfahren heftig kritisiert. Sie berichteten unter anderem über laufende Gespräche des Schulamts mit ihrer Schule, von denen der Schuldezernent vorgab, nichts zu wissen.

Noch ist der gefasste Beschluss vorläufig. In der Ratssitzung am 11. Juli soll das Thema erneut und abschließend auf die Tagesordnung. Dafür wird Bürgermeisterin Alkenings (SPD) schon sorgen. Gestern hatte sie versucht, bezüglich ihrer Verantwortung ihre Hände in Unschuld zu waschen. Das durchkreuzte BA-Fraktionschef Ludger Reffgen mit dem Hinweis, ihre Vorgehensweise sei politisch gewollt und keineswegs verfahrensrechtlich zwingend.

KOMMENTAR

Tricky

1 : 0, Frau Bürgermeister. Der Ball ist zwar vielleicht rechtlich nicht ganz sauber im Tor gelandet. Aber Sie haben ihn mit Ihrer Mannschaft und einigen Helfern irgendwie im Netz versenkt.

Den Fair-Play-Pokal werden Sie indes nicht erhalten. Aber da geht’s Ihnen vermutlich auch nicht drum. Wer so tricky unterwegs ist, verfolgt andere Ziele.

Den Zuschauern haben Sie erneut eine Lehrstunde in Demokratie geboten. Dass es hier längst nicht mehr um Argumente, sondern ausschließlich um die Ausübung von Macht geht, haben Sie nicht verbergen können. Da hilf es auch nichts, mit weiblichem Charme spitzfindig die Hände in Unschuld waschen zu wollen. Stehen Sie zu Ihrer Verantwortung – jetzt, und wenn den Eltern die Ablehnungsbriefe zur Anmeldung ihrer Kinder ins Haus flattern.

Pfingst-Signale

 

Mit ungewohnt trüben Nachrichten platzt die Rheinische Post dieser Tage in die ansonsten gern verbreitete Schönwetter-Idylle der lokalen Wirtschaft. Am eigentlich permanent wolkenlosen Medien-Himmel über der örtlichen Wirtschaftsförderung braut sich danach urplötzlich etwas zusammen: Donnerwetter im Anmarsch!

Da ist von „unerwarteten Schwierigkeiten“ die Rede, von zwar „netten“ Mitarbeitern im städtischen Amt für Wirtschaftsförderung, aber dennoch sich häufenden „Klagen der Unternehmer, die etwas unternehmen wollen“, sich jedoch dabei offenbar behindert fühlen. Und, dass darüber sich schon so viel Ärger aufgestaut hat, dass laut darüber nachgedacht wird, die Landesregierung einzuschalten, oder den Wirtschaftsminister um Hilfe zu bitten.

Man sieht förmlich die sich am Horizont türmenden Gewitterwolken, die nichts Gutes verheißen.

Wirtschaftsförderung auf Abwegen?

Da wird von dubios anmutenden „Vereinbarungen mit der ‚alten‘ Wirtschaftsförderung“ – gemeint ist hier wohl die vormalige Amtsleitung des inzwischen nach Remscheid gewechselten Peter Heinze – gesprochen. Eine Formulierung, die stark nach Klüngel riecht. Klüngel, auf den man(n) sich jetzt anscheinend nicht mehr „verlassen“ kann, wie es im Zeitungstext heißt. Wurden hier in der Vergangenheit Schecks auf die Zukunft ausgestellt, die nicht gedeckt waren und jetzt präsentiert werden? Ist gar der Begriff „Schatten-Wirtschaft“ angemessen? Spielt Remscheid als Ausgangs- und Zielpunkt in dem Ganzen eine Rolle?

Fragen über Fragen. Immerhin, an einer Stelle wird der Artikel schon außerordentlich spezifisch: Es handele sich um „Männer“, die sich alle „gut und persönlich kennen“.

Mit der sich zwangsläufig aufdrängenden Frage nach dem Was?, dem Wie? und dem Woran-das-eigentlich-liegt? wird der Leser denn auch fast fürsorglich nicht allein gelassen: „Niemand weiß (es) so genau. Irgendwo hakt es jedenfalls“, lautet die vielsagende Antwort, der man zu unterstellen geneigt ist, dass die wahren Adressaten der Kolumne – denen vermutlich eine hohe Leserrelevanz zugeschrieben wird – damit etwas anfangen können.

Klartext statt Geschwurbel

Die anderen werden die Darstellung als „Rumeiern“ interpretieren, was die Frage aufwirft, warum um den heißen Brei geredet wird, ohne die Probleme klar zu benennen. Was soll der Leser zwischen den Zeilen lesen? Gab es zwischen einzelnen lokalen Unternehmensexponenten oder Verbandsgrößen und der Wirtschaftsförderung Absprachen unter der Hand, von denen die Öffentlichkeit nur etwas erahnen, aber nichts wirklich erfahren soll?

Der Artikel „verunsichert“ – ob mit oder ohne „Not“. Hier könnte Klartext statt Geschwurbel Abhilfe schaffen.

Zu guter Letzt: Die Autorin spricht von „falschen Signalen“, die Hilden sendet. Ob richtig, oder falsch – Signale können erst dann aufgenommen werden, wenn sie verständlich sind. Um die Intention des Artikels zu verstehen, sind die Signale zu diffus. – Komm Pfingst-Geist, bring Erleuchtung …

 

Sternenkinder sind einzig

 

Kommentar von Ludger Reffgen

Dass Sternenkinder jetzt auch auf einem Hildener Friedhof eine würdige Ruhestätte finden, ist tröstlich und edlen Spendern zu verdanken. Weniger rühmlich: Im Gegensatz zu anderen Städten verzichtet Hilden nicht auf Bestattungsgebühren bei dieser besonderen Art der Beisetzung. 

Gräber für Sternenkinder sind mit Einzelgräbern und individueller Bestattung für größere Kinder nicht vergleichbar. Für die bislang von der Geburtsstation im Krankenhaus „entsorgten“ Fehlgeburten und nicht lebensfähigen Frühchen erfolgt die Beerdigung als Sammelbeisetzung, die, je nach Aufkommen, von Zeit zu Zeit vorgenommen wird und in einem kleinen Gemeinschaftssarg stattfindet – unvergleichlich in ihrer Art. 

Deshalb greift auch das Argument der Gebührengerechtigkeit und der Hinweis auf andere Sterbefälle zur Rechtfertigung des Kostenbescheids zu kurz: Die Bestattung von „Sternenkindern“ ist einzig. Die Handhabung der Gebührenfrage sollte es auch sein.

MEHR ZUM THEMA:

http://buergeraktionhilden.de/kirchen-und-kreuer-spenden-sternenkinderfeld-stadt-besteht-auf-gebuehren/ – 22.01.2018

http://buergeraktionhilden.de/sternenkinder-buergeraktion-bedauert-beschluss-zur-bestattungsgebuehr/ – 22.01.2018

Zahl des Monats: Gib Acht

Volksschule – Grundschule – Volkshochschule

Kommentar von Ludger Reffgen

Als kürzlich die Volkshochschule nach monatelangem Warten zum wiederholten Mal anhand von Belegungsplänen und Schaubildern ihren Raumbedarf präsentierte, schien es – den öffentlichen Reaktionen zufolge -, als habe der neue VHS-Leiter ein Geheimnis gelüftet, dem freudig-erregt ungewöhnlich überschwängliches Lob gebühre. Zuvor war die kommissarische Führung der VHS bei ähnlichen Versuchen immer wieder an der kritischen Bewertung der Politik gescheitert und wegen angeblich unbefriedigender Ergebnisse zur neuerlichen Überarbeitung aufgefordert worden. Auch die Verbandsvorsteherin (die Hildener Bürgermeisterin ist gleichzeitig oberste Chefin des VHS-Zweckverbands Hilden/Haan und in dieser Rolle Dienstvorgesetzte) hatte regelmäßig wie unbeteiligt der Kritik am Arbeitsergebnis ihrer Mitarbeiter zugeschaut.

 

Angepasster Raumbedarf

Nun also endlich der Durchbruch. Die Sache scheint arglos. Aber ist sie das wirklich?

Nach letzten Angaben der VHS werden nun nicht mehr 13 wie bisher, sondern acht Klassenräume benötigt. Voraussetzung: Sie befinden sich unter einem Dach. Die Verbandsvorsteherin zollt darob lobende Anerkennung und erklärt, als Bürgermeisterin wolle sie sich jetzt (!) in Hilden auf die Suche nach passenden Räumen begeben.

Szenenwechsel. Seit Wochen konzentriert sich bei der Diskussion um die Schulentwicklungsplanung das Interesse auf die Standorte der Grundschulen im Hildener Süden: Zwei Grundschulen an der Verlach, zwei zugehörige Dependancen an der Richrather Straße. Während die eine (Gemeinschaftsgrundschule) offenbar per se über jeden Zweifel erhaben zu sein scheint, ist die andere (katholische Grundschule) zur Zielscheibe schulorganisatorischer Planungen geworden.

Bei den Dependancen handelt es sich um alte Schulgebäude, die bis in die sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts noch im Dienste guter alter, selbständiger Volksschulen standen – ein Bildungsziel, konfessionell ausgerichtet, von Klasse eins bis Klasse acht.

Womit wir bei der Frage wären, was das Eine mit dem Anderen zu tun hat. Selbstverständlich nichts. Zumindest auf den ersten Blick. Und doch ist es immer wieder die Acht, die ins Auge springt und die Phantasie anregt. Man kann sie im Übrigen wunderbar vorwärts und rückwärts schreiben.

Deshalb versuchen wir es jetzt doch einfach mal andersherum: Mal angenommen, die VHS hätte Raumbedarf. Wir benötigten ein Gebäude mit acht Klassenräumen. In den Räumen würden zur Zeit noch Grundschüler lernen. Um das zu ändern, müsste ein Teil der Eltern daran gehindert werden, ihre Kinder weiter an besagter Grundschule anzumelden. Dazu müssten im Schulentwicklungplan zwingende Vorgaben zur Einschränkung des Elternwillens verankert werden. Deshalb wäre es wichtig, über neue Strukturen im Grundschulwesen zu sprechen. Und schon bald könnte die Suche nach acht neuen Klassenräumen für die VHS erfolgreich abgeschlossen werden.

 

Anrüchig

Was an dem hier – rein theoretisch – aufgezeigten Szenario dran ist, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Auffällig ist, dass erst „jetzt“ mit der Suche nach Räumlichkeiten für die VHS begonnen werden soll, obschon das Problem der von der Erwachsenenbildung genutzten, aber dem Abbruch geweihten Schule an der Furtwängler Straße seit Jahren bekannt ist. Auffällig auch, mit welcher Energie die Stadt die Freizügigkeit bei der Wahl der Grundschule einschränken möchte und dabei den Frust der Betroffenen hochkochen lässt.

Versteckspiel habe in der Politik leider mehr denn je Konjunktur, könnte man meinen. Bloß nicht sagen, was man eigentlich will und was man mit bestimmten Maßnahmen in Wahrheit bezweckt. Niedlich anmutende Parolen wie „Kurze Beine, kurze Wege“ machen schnell die Runde. Aber: Was hat nicht alles kurze Beine? Darauf sollte man in den nächsten Wochen mal etwas Acht geben.

Sabine Kittel führt die BA

Bürgeraktion geht personell verändert ins neue Jahr
Kurz vor Jahresende sorgte eine Mitgliederversammlung bei der Bürgeraktion (BA) für einige Neuerungen. Künftig steht Ratsfrau Sabine Kittel an der Spitze der Wählergemeinschaft.
Die jugend- und sozialpolitische Sprecherin der BA folgt auf Ralf Peter Beier, der nach fast vier Jahren ins Amt des stellvertretenden Vorsitzenden wechselt. Claudia Schnatenberg wurde als Schatzmeisterin bestätigt. Markus Hanten ergänzt den Vorstand fortan als Beisitzer.
Alle Wahlen erfolgten durch einstimmiges Votum der Mitglieder, für die neben den personellen Entscheidungen auch ein Bericht über die Arbeit im Stadtrat auf der Tagesordnung stand. Darin gaben die drei Stadtverordneten der BA einen Querschnitt über die wichtigsten Themen der Ausschüsse in der letzten Zeit.
Fraktionschef Ludger Reffgen hob vor allem die keimende punktuelle Zusammenarbeit der kleinen Oppositionsfraktionen hervor, die als Antwort auf die rot-schwarze „Abstimmungswalze“ zu verstehen sei. Die sogenannten „Kleinen im Rat“ hätten zwar Null Chancen, zum Beispiel für ihre Haushaltsanträge auf direktem Wege eine Mehrheit zu bekommen. Aber je düsterer die Kassenlage der Stadt werde, „um so öfter finden wir unsere früher abgelehnten Vorschläge in Verwaltungskonzepten wieder“. Das sorge immerhin für eine stille Genugtuung.
Für das neue Jahr stimmte Reffgen, dem als neuer Vize in der Fraktionsführung Markus Hanten zur Seite steht, die Mitglieder der Bürgeraktion auf eine Fundamental-Entscheidung zur strategischen Stadtentwicklung ein. Es gehe um die Zukunft der Stadt und die Lebensqualität der Menschen, die hier wohnen. Das politisch im Rat kontrovers diskutierte Thema sei von tragender Bedeutung, weil es den Lebensnerv der Stadt berühre. Reffgen: „Das wird niemanden in Hilden kalt lassen.“
Als neue Vorsitzende betonte Sabine Kittel, die politische Ausrichtung der Bürgeraktion werde für die Bürger verlässlich bleiben. Sie kündigte an, mit einem aktualisierten Programm am Puls der Zeit zu bleiben.

Hildener Winterdorf – Gemütlich ist anders

Wer in diesen Tagen der winterlichen Kälte mit wohligen Stimmungen, Glühwein, Punsch & Co. zu begegnen versucht, oder sich auch nur von etwas weihnachtlicher Atmosphäre verzaubern lassen möchte, könnte sein Glück im Hildener Winterdorf suchen. Mit Freunden, Kollegen, Nachbarn im Herzen der Stadt, auf dem Alten Markt, gesäumt von alter Bebauung und flankiert von einigen ansässigen Lokalen, im Schatten der geschichtsträchtigen Reformationskirche – der ideale Ort, um einen kuscheligen kleinen Dauer-Weihnachtsmarkt über die Adventszeit zu beherbergen.
Glühwein und Punsch gibts dort, ein Karussell für Kinder- und Familienspaß auch. Aber wohlige Stimmung, heimelige Atmosphäre? Also ehrlich – gemütlich ist anders. Die wenigen Weihnachtsbuden und -stände, die dort aufgebaut sind, erfreuen sich zwar einiger Besucher (denen im Zweifel auch keine Alternative bliebe). Aber was um alles in der Welt haben die hässlichen Anhänger gleich daneben zu suchen? Kann man Vorräte und Toiletten, wenn sie denn schon in unmittelbarer Nähe platziert sein müssen, nicht etwas schöner unterbringen und den Stil von Holzhütten auch für deren Einhausung wählen?
So bleibt das Winterdorf eine gutgemeinte Idee, leider lieblos und geschmacklos garniert. Übrigens genauso so, wie die vielen Tannenbäume, die entlang der Mittelstraße, mit Kabelbindern an Laternenmasten häufig gleich neben Abfallbehältern befestigt, ein elendes Dasein fristen und schon heute herzzerreißend auf den Abfuhrtermin warten, als wäre schon der 5. Januar. Die Aktionsgemeinschaft Warrington-Platz hat sich für die Nebenstraßen eine hübsche Alternative einfallen lassen: kleine Tannenbaum-Gruppen, dezent dekoriert. Hat vermutlich auch kein Vermögen gekostet. Vielleicht hat die Aktionsgemeinschaft unter Kollegen ja auch ein paar Tipps für ein schönes Winterdorf…?

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