Category

Anträge / Anfragen

Schwanenstraße: Fenster vermauert

 

Passanten bleiben stehen, rätseln: Wie kann es sein, dass den Nachbarn sehenden Auges das Fenster vermauert wird? Die Sache landete jetzt bei der Bürgeraktion, nachdem Klärungsversuche im Rathaus keine Klarheit brachten.

Ort des Geschehens ist eine Baustelle in der Schwanenstraße, genauer gesagt, dort, wo sich früher die Bäckerei Look befand. Der Neubau rückt derart eng an das benachbarte, denkmalgeschützte Fachwerkhaus „Zum Schwan“, dass dort im Obergeschoss die im Quadrat angeordneten vier kleinen Fenster nicht mehr zu nutzen sind.

Der vormals eingeschossige, rückwärtige Anbau der Bäckerei hatte die im ersten Stock des Nachbarhauses befindlichen Fenster nicht tangiert. Jetzt bekommt der Ersatzbau auch im hinteren Bereich durchgehend eine zweite Etage. Die Außenmauer wird nur ca. 30 bis 40 Zentimeter vor die Fenster der Nachbarn gesetzt. Der Wandabstand der Gebäude entspricht gerade einmal dem Dachüberstand des Denkmalobjekts. Im Obergeschoss reduziert sich der Abstand auf wenige verbleibende  Zentimeter zur Dachrinne des Bestandsgebäudes.

Passanten reagieren empört, bezweifeln, dass diese Bebauung rechtmäßig ist, glauben an einen neuerlichen Schildbürgerstreich. Vor einem Jahr war auf der gleichen Baustelle trotz  Auflagen der Bauaufsicht die zu erhaltende Fassade des Vorderhauses abgebrochen worden.

Deshalb hat sich die Ratsfraktion der Bürgeraktion mit einigen Fragen an die Bauverwaltung gewendet und möchte wissen, ob diese Ausführung des Bauvorhabens genehmigt ist, und wenn ja, wie eine derartige Genehmigung zustande kommt? Was die BA außerdem interessiert: „Ist die Verletzung von jeglichem Abstandsgebot mit dem Denkmalschutz vereinbar, und was sagt das Rheinische Amt für Denkmalpflege dazu?“ Immerhin wurde vor Jahren das historische Haus „Zum Schwan“ beim Bau der Berliner Straße gerettet und als schutzwürdiges Denkmal an seinem jetzigen Standort neu aufgebaut. BA-Fraktionschef Ludger Reffgen: „Bestimmt nicht, damit ihm später ein vierteiliges Fenster vermauert wird.“

 

Durch diesen Spalt soll Licht fallen? Der Abstand ist Zentimetersache, vom Fenster im Obergeschoss des Fachwerkhauses ist nichts mehr zu sehen – man kann es nur noch erahnen.

Verbilligte Wohnungen im Groß-Projekt „Beethovenstraße“?

Vergangene Woche ließ die Presse aufhorchen. Da wurde über Verzögerungen beim Projekt „Beethovenstraße“ berichtetet (Rheinische Post vom 09.07.). Und darüber, dass in dem Groß-Projekt, das an die Stelle des ehemaligen Einkaufszentrums neben das Hochhaus rücken soll, „rund 100 Mietwohnungen in unterschiedlicher Größe im ‚preisgedämpften Bereich‘ […] entstehen“. Wir haben uns etwas ungläubig die Augen gerieben: War das nun eine uralte, schlecht recherchierte Nachricht, die noch immer gerne aufgewärmt serviert wird, oder war uns in der jüngeren Entwicklung tatsächlich etwas entgangen?

Um dem Wahrheitsgehalt auf den Grund zu gehen, haben wir die Meldung zum Anlass für eine Anfrage im Rathaus genommen: Hat sich der Investor beim Projekt „Beethovenstraße“ zwischenzeitlich gegenüber der Stadt zum Angebot von preisgedämpften Wohnungen vertraglich verpflichtet? Und wenn ja, für wieviele Wohnungen gilt diese Zusage verbilligter Mieten?

Jetzt sind wir gespannt auf die Antwort. Bereits im Mai diesen Jahres hatte die BA in einer öffentlichen Anfrage um Klarstellung gebeten, was unter „preisgedämpftem“ Wohnraum zu verstehen ist. Daraufhin hatte die Verwaltung in einer umfangreichen Sitzungsvorlage für den Wirtschafts- und Wohnungsbauförderungsausschuss Stellung bezogen. Im Spiegel der Presse fand das Thema bisher folgenden Niederschlag:

1. Als „preisgedämpft“ gilt in Hilden eine Miete, wenn sie 8,75 Euro/qm nicht übersteigt.

2. Nach eigenem Bekunden hat die Verwaltung eine derartige Vereinbarung in Hilden bisher erst für zwei noch zu erstellende Neubau-Wohnungen an der Schützenstraße getroffen.

Autobahn-Ausbau: Wie kann Hilden vor noch mehr Lärm geschützt werden?

 

Der von der A3 ausgehende Lärm ist in Hilden seit Jahr und Tag ein Thema. Besonders dort, wo die Autobahn und Wohnhäuser Nachbarn sind, weiß man davon ein Lied zu singen. 

Kein Wunder, dass der projektierte Ausbau eine alte Diskussion neu entfacht. Wie verhält es sich mit dem Emissionsschutz, wenn die A3 zwischen Leverkusen und Oberhausen auf acht Spuren erweitert wird? Ist damit zu rechnen, dass in den bisher ungeschützten Bereichen nahe der Ohligser Heide und in der Nähe zum Hildener Kreuz Schallschutzwände installiert werden? Wird die neue Fahrbahn mit einem so genannten „Flüsterasphalt“ ausgestattet, oder sind in den bebauten Bereichen generell Geschwindigkeisbeschränkungen geplant?

Fragen, die viele Hildener beschäftigen, weil sie mehr oder weniger alle von dem Schallteppich betroffen sind, der sich von der vielbefahrenen Autobahn über weite Teile der Stadt legt. Ludger Reffgen, Fraktionsvorsitzender der Bürgeraktion, geht diesen Fragen aktuell nach und versucht, Antworten zu bekommen. Was die BA noch darüber hinaus interessiert: Macht die Stadt bei Bundes- und Landesbehörden ihren Einfluss geltend, um im Zuge des Autobahn-Ausbaus den Schutz der Bevölkerung zu verbessern?

BA hakt nach: Wird das neue Glücksspielgesetz in Hilden umgesetzt?

 

Seit sechs Monaten gilt in NRW ein neues Glücksspielrecht. Ziel ist ein besserer Schutz vor den Gefahren der Spielsucht. So beinhaltet die neue Rechtslage eine Mindestabstandsklausel zu sensiblen Bereichen von Kindern und Jugendlichen sowie gegenüber anderen Spielhallen. Sie trifft aber auch einschneidende Regelungen für die Öffnungszeiten von Automaten-Spielhallen.

Werden die Vorgaben der neuen Spielhallenverordnung in Hilden eingehalten? Darüber verlangt die BA nun Auskunft von der Verwaltung. Von besonderem Interesse: die neue Öffnungszeitenregelung, wonach nachts zwischen ein und sechs Uhr eine Sperrzeit für „Casinos“ gilt.

Die BA setzt große Hoffnungen in das verschärfte Glücksspielrecht, da Hilden weit und breit über das dichteste Spielautomatennetz verfügt und als Zockerparadies gilt – trotz Spielstättenkonzept.

MEHR ZUM THEMA:

http://buergeraktionhilden.de/gehts-den-spielhallen-an-den-kragen/ –  26.07.2017

http://buergeraktionhilden.de/buergeraktion-zum-gluecksspielstaatsvertrag/ – 16.08.2017

Zum 1. Mai: BA fragt zur sozialen Bedeutung des „preisgedämpften Wohnens“

 

Wohnen ist in Hilden zum Problem geworden – vor allem, wenn das eigene Gehalt mit den davongaloppierenden Mieten nicht schritthalten kann. In Hilden mangele es an preisgünstigem, bezahlbarem Wohnraum, wird  in diesem Zusammenhang immer wieder festgestellt.

Wenn es darum geht, mangels verfügbarer Sozialwohnungen einen Weg aus der Krise zu suchen, wird in letzter Zeit auch immer häufiger auf das Instrument des „preisgedämpften Wohnungsbaus“ verwiesen. Dabei wird dieses Mittel oft als Ergänzung, vielfach aber auch als Alternative zum so genannten öffentlich geförderten Wohnungsbau verstanden. Dementsprechend groß sind die Erwartungen, die von der Öffentlichkeit an den preisgedämpften Wohnungsbau geknüpft werden.

Während für die Variante „Sozialwohnungen“ die Bestimmungen für die soziale Wohnraumförderung des Landes NRW gelten, erscheinen die Grundlagen und Rahmenbedingungen für den „preisgedämpften“ Wohnungsbau diffus. Was also verbirgt sich wirklich hinter diesem Zauberwort, dem einige schon „die Wende“ auf dem Hildener Wohnungsmarkt zutrauen?

Grund für die BA, zum 1. Mai mit einer Anfrage an die Stadtverwaltung der Frage nachzugehen, welche soziale Bedeutung dem preisreduzierten Wohnen in Hilden zukommt.

Hier die Fragen im Einzelnen:

  • Was genau bedeutet preisgedämpfter Wohnungsbau, und wie ist der Begriff „preisgedämpft“ definiert?
  • An welche Zielgruppe richtet sich das Angebot, und wer hat einen Anspruch auf preisgedämpftes Wohnen?
  • Nach welchen Kriterien wird eine Wohnung in Hilden beurteilt, um der Definition „preisgedämpfter Wohnungsbau“ zu genügen?
  • Wo sind diese Kriterien und Grundsätze niedergelegt und wer legt die Richtlinien fest?
  • Wieviele fertiggestellte Wohneinheiten im preisgedämpften Marktsegment gibt es bisher in Hilden?
  • Für wieviele weitere Wohneinheiten im preisgedämpften Marktsegment liegt eine genehmigte Planung vor?
  • Auf welcher vertraglichen Grundlage basiert in diesen Fällen das Angebot für preisreduzierten Wohnraum?
  • Wie lange sind die Anbieter an diese Zusage gebunden?
  • Ist der vereinbarte Mietpreis indexiert? Wenn ja, wie?
  • Welche Erfahrungen hat die Verwaltung bisher mit dem Instrument „preisgedämpfter Wohnungsbau“ gemacht, und zu welchen Erkenntnissen führen diese Erfahrungen hinsichtlich der Prognosen für den Hildener Wohnungsmarkt?

Bereits vor Monaten hatte die BA eine soziale Offensive auf dem Hildener Wohnungsmarkt gefordert.

MEHR ZUM THEMA:

http://www.buergeraktionhilden.de/ba-fordert-soziale-offensive-auf-dem-hildener-wohnungsmarkt/ – 31.12.2017

http://www.buergeraktionhilden.de/sozialwohnungen-ba-mit-dem-kauf-von-belegungsrechten-dem-abwaertstrend-entgegenwirken/ – 22.02.2018

Flüchtlingsunterbringung: Wenn Flüchtlinge in Arbeit kommen

 

Für Flüchtlinge, die eine Arbeit gefunden haben, ändert sich das Leben und der Tagesablauf grundlegend. Doch nach einem arbeitsreichen Tag hat es der Wunsch nach Feierabend und Nachtruhe in den Sammelnotunterkünften nicht einfach.

Inzwischen ist es keine Seltenheit mehr: Flüchtlinge, die in Arbeit gekommen sind, mehren sich – auch in Hilden. Nicht wenige von ihnen wollen anpacken, suchen einen Job. Wenn die sprachlichen Voraussetzungen Fortschritte gemacht haben und die Ausländerbehörde keine Steine in den Weg legt, können sie ein Praktikum, eine Berufsausbildung oder ein Arbeitsverhältnis aufnehmen. Häufig sind es hochmotivierte und extrem integrationsbereite Leute, denen dieser Sprung auf den Arbeitsmarkt gelingt, und die damit zu Zahlern in unsere Sozialversicherungskassen werden.

In ihrer Lebenseinstellung unterscheiden sie sich in der Regel fundamental von solchen Migranten, die noch keine berufliche Perspektive oder andere, konstruktive Lebensinhalte für sich ausgemacht haben. Wer morgens um fünf aufstehen muss, um pünktlich bei der Arbeit zu sein, und wer abends müde nach Hause kommt hat einfach ein anderes Ruhebedürfnis als andere, die große Teile des Tages im – nicht unbedingt freiwilligen – Leerlauf verbringen. Dass daraus Konflikte im Zusammenleben in den Gemeinschafts-Notunterkünften  entstehen, kann nicht verwundern.

Auf diese Problematik hat jetzt die Bürgeraktion aufmerksam gemacht. Im Rahmen einer Anfrage fordert die BA-Fraktion die Stadtverwaltung auf zu klären, ob es möglich ist, durch die Bildung von „räumlichen Schwerpunkten in der Unterbringung“ den beruflich bedingten Bedürfnissen von Zuwanderern verstärkt Rechnung zu tragen. Aus Sicht der BA sollte es das Ziel sein, mit organisatorischen Mitteln dafür zu sorgen, dass berufstätige Flüchtlinge – zum Beispiel hinsichtlich der Nachtruhe – in den Notunterkünften einen angemessenen Schutz erfahren.

 

Große Straßenbauprojekte in und um Hilden

 

Bürgeraktion befürchtet chaotische Folgen für den Verkehr

 

In nächster Zeit stehen große Straßenbaumaßnahmen an: Nicht nur am Hildener Kreuz, sondern auch auf der B 228. Gibt es ein Baustellen-Management, das auf die besonderen Belange der Hildener Bevölkerung Rücksicht nimmt, und kann die Stadt Hilden darauf Einfluß nehmen, möchte die BA wissen.

Bahnt sich für Hilden ein jahrelanger Verkehrskollaps an? Mit einer Anfrage hat sich die Bürgeraktion jetzt an die Stadtverwaltung gewandt. Anlass sind die in naher Zukunft anstehenden großen Straßenbaumaßnahmen, die den Hildenern für lange Zeit chaotische Verkehrsverhältnisse bescheren könnten.

Das Hildener Kreuz wird demnächst in eine Großbaustelle verwandelt. Zunächst geht es um die Erneuerung des Brückenbauwerks der A3 über die A46; wenig später soll ein großzügiger Um- und Ausbau des Autobahnkreuzes stattfinden.

Das alles werde Jahre dauern. „Die von dieser Bautätigkeit ausgehenden, absehbaren Verkehrsbelastungen werden in besonderem Maße die Hildener Bevölkerung treffen“, gibt Ludger Reffgen, für die Fraktion der Bürgeraktion im Stadtrat, zu bedenken.

„Das wäre der Verkehrs-Gau für die Stadt“

Erschwerend komme hinzu, dass es kaum Möglichkeiten zum Ausweichen gebe. Insbesondere, wenn die als Parallelverbindung in Ost-West-Richtung in Frage kommende B 228 zur Entlastung ausfalle. Denn auch dort stünden durch die geplante Kanalsanierung auf der Elberfelder Straße gewaltige Baumaßnahmen ins Haus, die für den Verkehr gravierende Beeinträchtigungen befürchten ließen.

Fatal wäre es daher, wenn die Bauarbeiten gleichzeitig stattfänden. „Das wäre der Verkehrs-Gau für die Stadt“, befürchtet Reffgen, denn Hilden würde verkehrlich zur Mausefalle.

Das sollte bedacht und gut vorbereitet werden, findet die BA und möchte von der Stadtverwaltung wissen, ob alle Baumaßnahmen zeitlich aufeinander abgestimmt sind und auf die Belange der Hildener Bevölkerung Rücksicht genommen werde. „Gibt es ein anpassungsfähiges Management, die baustellenbedingten Verkehrsströme vorausschauend zu lenken“, oder welche Möglichkeiten bieten sich, „die Baumaßnahmen zeitlich zu entzerren“, das heißt, Autobahn und Bundesstraße nicht zur gleichen Zeit aufzubuddeln?

Wenn der Verkehr nicht kollabieren solle, müssten insbesondere den ortskundigen Autofahrern  Ausweichmöglichkeiten bleiben, fordert die BA. Die bereits ständig überlastete Walder Straße und die weitere Umleitung über Haaner Gebiet komme als Ausweich-Route nicht in Frage.

 

 

Sozialwohnungen BA: Mit dem Kauf von Belegungsrechten dem Abwärtstrend entgegenwirken

 

Sozial geförderte Wohnungen sind knapp. Ihr Bestand ist in der gesamten Region seit Jahren rückläufig. Der Trend müsste dringend gestoppt werden, um die Wohnsituation vor allem für Geringverdiener zu entspannen. Mit dem Ankauf von Belegrechten ließe sich das Angebot von Sozialwohnungen erhöhen, schlägt die BA-Fraktion vor.

In Hilden hat sich die Anzahl der Mietsozialwohnungen in den letzten 25 Jahren mehr als halbiert. Die Zahlen werden auch in den nächsten Jahren weiter deutlich sinken, weil viele Sozialwohnungen vom Markt verschwinden. Für Hilden kommt besonders erschwerend hinzu, dass es auch so gut wie keine Flächen mehr gibt, auf denen in größerem Stil überhaupt noch Bebauung möglich wäre – will man nicht das riskieren, wovor bereits viele Bürger Angst haben: Hilden gefühlt „zuzubauen“.

Derzeit sind 300 Wohnungen im Bau – aber für Mieter mit kleinen Einkommen ist kaum etwas dabei

Zwar wird in Hilden trotz bereits sehr hoher Siedlungsdichte aktuell viel gebaut und geplant; man spricht derzeit allein von 300 im Bau befindlichen Wohnungen. Aber für Mieter mit kleinen Einkommen ist kaum etwas dabei. Jeder Bauherr von Mehrfamilienhäusern ist eben frei in der Wahl, welche Zielgruppe er bedienen möchte. Und da ist einfach im hochpreisigen Bereich mehr zu verdienen.

Folglich ist auch die zur Zeit im Rat diskutierte Auflage, Bauherren aufzugeben, ihr Bauvorhaben mit einem 30-prozentigen Anteil öffentlich geförderter Wohnungen zu realisieren, unter Umständen nicht mehr als ein frommer Wunsch. Denn niemand kann dazu gezwungen werden – es sei denn, das Grundstück gehört der Stadt. Und im Übrigen wäre dabei auch noch zu berücksichtigen, dass auf diesem Wege rein rechnerisch tausend Wohnungen zu bauen wären, um am Ende 300 Sozialwohnungen zu erhalten. Wo sollte das in Hilden noch gehen?

„Sozialwohnungen auf Zeit“

Die Bürgeraktion mag sich dennoch allein mit diesen tristen Vorstellungen nicht abfinden. Bei der Suche nach Wegen aus der Wohnungskrise hat die freie Wählergemeinschaft als ergänzende Maßnahme angeregt, die Stadt solle nach dem Vorbild anderer Städte Belegrechte an Wohnungen erwerben. Damit ließen sich „Sozialwohnungen auf Zeit“ schaffen und Wohnungen aus dem vorhandenen Bestand für die Vermietung an einkommensschwache Haushalte sichern, wie BA-Fraktionschef Ludger Reffgen erläutert.

Zunächst, so der Vorschlag der BA in einem Antrag, müsste die Verwaltung aber ein Förderprogramm erarbeiten, das die Rahmenbedingungen festlege. Darin soll nach den Vorstellungen der Antragsteller der zeitlich befristete Erwerb von Bele-gungsrechten und Mietpreisbindungen geregelt werden, um Bestandswohnungen für die Vermietung an Menschen mit Wohnberechtigungsschein vermitteln zu können. Im Idealfall ließen sich auf diese Weise individuelle Wohnbedürfnisse ganz ohne Neubau befriedigen.

Ob ergänzende staatliche Förderprogramme zur Unterstützung der Maßnahme in Anspruch genommen werden können, müsste von der Verwaltung noch geprüft werden.

 

LESEN SIE AUCH

http://dev.buergeraktionhilden.de/ba-fordert-soziale-offensive-auf-dem-hildener-wohnungsmarkt/ – 31.12.2017

Datenschutz für junge Menschen – Stadt soll Jugendliche besser informieren

 

Wenn die Stadt die Adressen von Hildener Jugendlichen zu Werbezwecken weitergibt, muss sie darüber nicht nur die Betroffenen informieren. Sie muss auch auf das Recht des Widerspruchs hinweisen. Nicht nur im Amtsblatt, sondern wirksam, meint die Bürgeraktion.

In Kürze werden sich die Stadtverordneten mit dem Datenschutz für Jugendliche befassen müssen. Die Initiative geht auf einen Antrag der Bürgeraktion zurück. Darin fordert die BA von der Stadtverwaltung, die Datenschutzbelange Minderjähriger wichtiger zu nehmen und die schutzwürdigen Interessen wirksamer als bisher zu respektieren.

Konkret geht es um die Weitergabe von Adressen Jugendlicher aus der Einwohnermeldedatei. In Hilden gehen solche Daten regelmäßig an die Bundeswehr. Das darf die Stadt nur, wenn die betreffende Person nicht widersprochen hat. Die Daten junger Leute, deren Volljährigkeit kurz bevor steht, sind zu Werbezwecken heiß begehrt. Dabei spiele es prinzipiell keine Rolle, wie BA-Fraktionschef Ludger Reffgen betont, ob die Adressen einer staatlichen Einrichtung wie der Bundeswehr zur Verfügung gestellt werden, oder sonstige Dritte sie zu Werbezwecken nutzen.

In jedem Fall seien die betroffenen Jugendlichen und deren Eltern über die beabsichtigte Datenweitergabe und ihr Recht, dem Vorgang widersprechen zu können, gezielt zu informieren.

Wie das zu geschehen hat, darüber gehen die Vorstellungen auseinander. Praxis in Hilden ist bisher die Information per Amtsblatt. Die Stadt genügt damit den rechtlichen Mindesterfordernissen.

„Wer liest schon das Amtsblatt?“

Nach Meinung der Bürgeraktion ist das zu wenig. „Wer liest schon das Amtsblatt?“, fragt Reffgen und verweist darauf, dass so gut wie niemand sich der ständigen Mühe unterzieht, zum Rathaus zu kommen, um die dortigen seitenlangen Aushänge zu studieren, oder die Ausgaben im Internet zu durchforsten. Er hält es sogar für eine Zumutung, Bürger ausschließlich mit dieser Informationsmethode „abzuspeisen“. Das Amtsblatt – auch seine Veröffentlichung im Internet – sei nicht ausreichend, junge Menschen angemessen zu informieren.

Die Bürgeraktion verlangt: „Jugendliche, bei denen die Weitergabe ihrer Daten an die Bundeswehr bevorsteht, werden ebenso wie deren Eltern angeschrieben und über die beabsichtigte Datenweitergabe informiert.“ Dem Schreiben solle auch ein Musterwiderspruch beigefügt werden.

Ziel des Antrags sei, die Rechte der Bürger – auch die Jugendlicher – ernst zu nehmen. Dazu gehöre auch, gerade junge Menschen mit „wirksamen Instrumenten auszustatten, um sich der Zukunft zu stellen“.

Wann bekommt Hilden mehr elektrische Zapfsäulen?

Soll die Elektromobilität besser vorankommen, muss die Ladeinfrastruktur ausgebaut werden – überall, auch in Hilden. Davon ist die Bürgeraktion überzeugt. Doch wie steht es bei uns um den Ausbau des Ladenetzes, fragt die BA.

„Elektromobilität ist auf dem Vormarsch, leider jedoch allzu schleppend“, findet die Ratsfraktion der BA. Schlüsselfaktor dafür sei eine bedarfsgerechte öffentliche Ladeinfrastruktur. Wenn die Anzahl der Elektroautos und -Zweiräder wachsen solle, werde auch die Anzahl der öffentlich zugänglichen Ladestationen deutlich steigen müssen. Diese Ladepunkte müssten einfach zu finden, verlässlich, jederzeit verfügbar und komfortabel zu bedienen sein.

Ob es beim örtlichen Energieversorger Pläne zum Ausbau des Ladenetzes für Elektromobilität in Hilden gibt, interessiert die BA. Und ganz konkret: Ist eine Beteiligung am kürzlich neu aufgelegten Förderprogramm des Bundesverkehrsministeriums beabsichtigt?

Dazu sollten sich aus Sicht der BA die Stadtwerke äußern. Um die Wende zum abgasfreien Fahren zu fördern, sollten auch in Hilden weitere Weichen für die emissionsfreie Zukunft auf den Straßen gestellt werden. Dafür könnten, so die BA, auch konzeptionelle Überlegungen in Frage kommen, gemeinsam mit der Privatwirtschaft den Ausbau von Ladepunkten zu forcieren.

Noch immer scheuten sich viele, auf Elektrofahrzeuge umzusteigen, bedauert die BA. „Häufig scheitern Anschaffungsüberlegungen an mangelhaften Lademöglichkeiten.“ Die Angst vor Widrigkeiten beim Aufladen oder in puncto Komfort wohl noch Abstriche machen zu müssen, sei zu groß. Andererseits stießen schon heute die vorhandenen Stationen oft an ihre Kapazitätsgrenzen.

„Wenn die Wende zum Elektromobil gelingen soll, gehören deutlich mehr elektrische Zapfsäulen in den öffentlichen Straßenraum“, ist die BA überzeugt.

 

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen