Category

Anträge / Anfragen

Große Straßenbauprojekte in und um Hilden

 

Bürgeraktion befürchtet chaotische Folgen für den Verkehr

 

In nächster Zeit stehen große Straßenbaumaßnahmen an: Nicht nur am Hildener Kreuz, sondern auch auf der B 228. Gibt es ein Baustellen-Management, das auf die besonderen Belange der Hildener Bevölkerung Rücksicht nimmt, und kann die Stadt Hilden darauf Einfluß nehmen, möchte die BA wissen.

Bahnt sich für Hilden ein jahrelanger Verkehrskollaps an? Mit einer Anfrage hat sich die Bürgeraktion jetzt an die Stadtverwaltung gewandt. Anlass sind die in naher Zukunft anstehenden großen Straßenbaumaßnahmen, die den Hildenern für lange Zeit chaotische Verkehrsverhältnisse bescheren könnten.

Das Hildener Kreuz wird demnächst in eine Großbaustelle verwandelt. Zunächst geht es um die Erneuerung des Brückenbauwerks der A3 über die A46; wenig später soll ein großzügiger Um- und Ausbau des Autobahnkreuzes stattfinden.

Das alles werde Jahre dauern. „Die von dieser Bautätigkeit ausgehenden, absehbaren Verkehrsbelastungen werden in besonderem Maße die Hildener Bevölkerung treffen“, gibt Ludger Reffgen, für die Fraktion der Bürgeraktion im Stadtrat, zu bedenken.

„Das wäre der Verkehrs-Gau für die Stadt“

Erschwerend komme hinzu, dass es kaum Möglichkeiten zum Ausweichen gebe. Insbesondere, wenn die als Parallelverbindung in Ost-West-Richtung in Frage kommende B 228 zur Entlastung ausfalle. Denn auch dort stünden durch die geplante Kanalsanierung auf der Elberfelder Straße gewaltige Baumaßnahmen ins Haus, die für den Verkehr gravierende Beeinträchtigungen befürchten ließen.

Fatal wäre es daher, wenn die Bauarbeiten gleichzeitig stattfänden. „Das wäre der Verkehrs-Gau für die Stadt“, befürchtet Reffgen, denn Hilden würde verkehrlich zur Mausefalle.

Das sollte bedacht und gut vorbereitet werden, findet die BA und möchte von der Stadtverwaltung wissen, ob alle Baumaßnahmen zeitlich aufeinander abgestimmt sind und auf die Belange der Hildener Bevölkerung Rücksicht genommen werde. „Gibt es ein anpassungsfähiges Management, die baustellenbedingten Verkehrsströme vorausschauend zu lenken“, oder welche Möglichkeiten bieten sich, „die Baumaßnahmen zeitlich zu entzerren“, das heißt, Autobahn und Bundesstraße nicht zur gleichen Zeit aufzubuddeln?

Wenn der Verkehr nicht kollabieren solle, müssten insbesondere den ortskundigen Autofahrern  Ausweichmöglichkeiten bleiben, fordert die BA. Die bereits ständig überlastete Walder Straße und die weitere Umleitung über Haaner Gebiet komme als Ausweich-Route nicht in Frage.

 

 

Sozialwohnungen BA: Mit dem Kauf von Belegungsrechten dem Abwärtstrend entgegenwirken

 

Sozial geförderte Wohnungen sind knapp. Ihr Bestand ist in der gesamten Region seit Jahren rückläufig. Der Trend müsste dringend gestoppt werden, um die Wohnsituation vor allem für Geringverdiener zu entspannen. Mit dem Ankauf von Belegrechten ließe sich das Angebot von Sozialwohnungen erhöhen, schlägt die BA-Fraktion vor.

In Hilden hat sich die Anzahl der Mietsozialwohnungen in den letzten 25 Jahren mehr als halbiert. Die Zahlen werden auch in den nächsten Jahren weiter deutlich sinken, weil viele Sozialwohnungen vom Markt verschwinden. Für Hilden kommt besonders erschwerend hinzu, dass es auch so gut wie keine Flächen mehr gibt, auf denen in größerem Stil überhaupt noch Bebauung möglich wäre – will man nicht das riskieren, wovor bereits viele Bürger Angst haben: Hilden gefühlt „zuzubauen“.

Derzeit sind 300 Wohnungen im Bau – aber für Mieter mit kleinen Einkommen ist kaum etwas dabei

Zwar wird in Hilden trotz bereits sehr hoher Siedlungsdichte aktuell viel gebaut und geplant; man spricht derzeit allein von 300 im Bau befindlichen Wohnungen. Aber für Mieter mit kleinen Einkommen ist kaum etwas dabei. Jeder Bauherr von Mehrfamilienhäusern ist eben frei in der Wahl, welche Zielgruppe er bedienen möchte. Und da ist einfach im hochpreisigen Bereich mehr zu verdienen.

Folglich ist auch die zur Zeit im Rat diskutierte Auflage, Bauherren aufzugeben, ihr Bauvorhaben mit einem 30-prozentigen Anteil öffentlich geförderter Wohnungen zu realisieren, unter Umständen nicht mehr als ein frommer Wunsch. Denn niemand kann dazu gezwungen werden – es sei denn, das Grundstück gehört der Stadt. Und im Übrigen wäre dabei auch noch zu berücksichtigen, dass auf diesem Wege rein rechnerisch tausend Wohnungen zu bauen wären, um am Ende 300 Sozialwohnungen zu erhalten. Wo sollte das in Hilden noch gehen?

„Sozialwohnungen auf Zeit“

Die Bürgeraktion mag sich dennoch allein mit diesen tristen Vorstellungen nicht abfinden. Bei der Suche nach Wegen aus der Wohnungskrise hat die freie Wählergemeinschaft als ergänzende Maßnahme angeregt, die Stadt solle nach dem Vorbild anderer Städte Belegrechte an Wohnungen erwerben. Damit ließen sich „Sozialwohnungen auf Zeit“ schaffen und Wohnungen aus dem vorhandenen Bestand für die Vermietung an einkommensschwache Haushalte sichern, wie BA-Fraktionschef Ludger Reffgen erläutert.

Zunächst, so der Vorschlag der BA in einem Antrag, müsste die Verwaltung aber ein Förderprogramm erarbeiten, das die Rahmenbedingungen festlege. Darin soll nach den Vorstellungen der Antragsteller der zeitlich befristete Erwerb von Bele-gungsrechten und Mietpreisbindungen geregelt werden, um Bestandswohnungen für die Vermietung an Menschen mit Wohnberechtigungsschein vermitteln zu können. Im Idealfall ließen sich auf diese Weise individuelle Wohnbedürfnisse ganz ohne Neubau befriedigen.

Ob ergänzende staatliche Förderprogramme zur Unterstützung der Maßnahme in Anspruch genommen werden können, müsste von der Verwaltung noch geprüft werden.

 

LESEN SIE AUCH

http://dev.buergeraktionhilden.de/ba-fordert-soziale-offensive-auf-dem-hildener-wohnungsmarkt/ – 31.12.2017

Datenschutz für junge Menschen – Stadt soll Jugendliche besser informieren

 

Wenn die Stadt die Adressen von Hildener Jugendlichen zu Werbezwecken weitergibt, muss sie darüber nicht nur die Betroffenen informieren. Sie muss auch auf das Recht des Widerspruchs hinweisen. Nicht nur im Amtsblatt, sondern wirksam, meint die Bürgeraktion.

In Kürze werden sich die Stadtverordneten mit dem Datenschutz für Jugendliche befassen müssen. Die Initiative geht auf einen Antrag der Bürgeraktion zurück. Darin fordert die BA von der Stadtverwaltung, die Datenschutzbelange Minderjähriger wichtiger zu nehmen und die schutzwürdigen Interessen wirksamer als bisher zu respektieren.

Konkret geht es um die Weitergabe von Adressen Jugendlicher aus der Einwohnermeldedatei. In Hilden gehen solche Daten regelmäßig an die Bundeswehr. Das darf die Stadt nur, wenn die betreffende Person nicht widersprochen hat. Die Daten junger Leute, deren Volljährigkeit kurz bevor steht, sind zu Werbezwecken heiß begehrt. Dabei spiele es prinzipiell keine Rolle, wie BA-Fraktionschef Ludger Reffgen betont, ob die Adressen einer staatlichen Einrichtung wie der Bundeswehr zur Verfügung gestellt werden, oder sonstige Dritte sie zu Werbezwecken nutzen.

In jedem Fall seien die betroffenen Jugendlichen und deren Eltern über die beabsichtigte Datenweitergabe und ihr Recht, dem Vorgang widersprechen zu können, gezielt zu informieren.

Wie das zu geschehen hat, darüber gehen die Vorstellungen auseinander. Praxis in Hilden ist bisher die Information per Amtsblatt. Die Stadt genügt damit den rechtlichen Mindesterfordernissen.

„Wer liest schon das Amtsblatt?“

Nach Meinung der Bürgeraktion ist das zu wenig. „Wer liest schon das Amtsblatt?“, fragt Reffgen und verweist darauf, dass so gut wie niemand sich der ständigen Mühe unterzieht, zum Rathaus zu kommen, um die dortigen seitenlangen Aushänge zu studieren, oder die Ausgaben im Internet zu durchforsten. Er hält es sogar für eine Zumutung, Bürger ausschließlich mit dieser Informationsmethode „abzuspeisen“. Das Amtsblatt – auch seine Veröffentlichung im Internet – sei nicht ausreichend, junge Menschen angemessen zu informieren.

Die Bürgeraktion verlangt: „Jugendliche, bei denen die Weitergabe ihrer Daten an die Bundeswehr bevorsteht, werden ebenso wie deren Eltern angeschrieben und über die beabsichtigte Datenweitergabe informiert.“ Dem Schreiben solle auch ein Musterwiderspruch beigefügt werden.

Ziel des Antrags sei, die Rechte der Bürger – auch die Jugendlicher – ernst zu nehmen. Dazu gehöre auch, gerade junge Menschen mit „wirksamen Instrumenten auszustatten, um sich der Zukunft zu stellen“.

Wann bekommt Hilden mehr elektrische Zapfsäulen?

Soll die Elektromobilität besser vorankommen, muss die Ladeinfrastruktur ausgebaut werden – überall, auch in Hilden. Davon ist die Bürgeraktion überzeugt. Doch wie steht es bei uns um den Ausbau des Ladenetzes, fragt die BA.

„Elektromobilität ist auf dem Vormarsch, leider jedoch allzu schleppend“, findet die Ratsfraktion der BA. Schlüsselfaktor dafür sei eine bedarfsgerechte öffentliche Ladeinfrastruktur. Wenn die Anzahl der Elektroautos und -Zweiräder wachsen solle, werde auch die Anzahl der öffentlich zugänglichen Ladestationen deutlich steigen müssen. Diese Ladepunkte müssten einfach zu finden, verlässlich, jederzeit verfügbar und komfortabel zu bedienen sein.

Ob es beim örtlichen Energieversorger Pläne zum Ausbau des Ladenetzes für Elektromobilität in Hilden gibt, interessiert die BA. Und ganz konkret: Ist eine Beteiligung am kürzlich neu aufgelegten Förderprogramm des Bundesverkehrsministeriums beabsichtigt?

Dazu sollten sich aus Sicht der BA die Stadtwerke äußern. Um die Wende zum abgasfreien Fahren zu fördern, sollten auch in Hilden weitere Weichen für die emissionsfreie Zukunft auf den Straßen gestellt werden. Dafür könnten, so die BA, auch konzeptionelle Überlegungen in Frage kommen, gemeinsam mit der Privatwirtschaft den Ausbau von Ladepunkten zu forcieren.

Noch immer scheuten sich viele, auf Elektrofahrzeuge umzusteigen, bedauert die BA. „Häufig scheitern Anschaffungsüberlegungen an mangelhaften Lademöglichkeiten.“ Die Angst vor Widrigkeiten beim Aufladen oder in puncto Komfort wohl noch Abstriche machen zu müssen, sei zu groß. Andererseits stießen schon heute die vorhandenen Stationen oft an ihre Kapazitätsgrenzen.

„Wenn die Wende zum Elektromobil gelingen soll, gehören deutlich mehr elektrische Zapfsäulen in den öffentlichen Straßenraum“, ist die BA überzeugt.

 

Update zur „Schwanenstraße“

Im Juli hatte eine Baustelle in der Schwanenstraße für Aufregung gesorgt:                                           Entgegen seiner Ankündigung hatte der Eigentümer des Hauses der früheren Bäckerei Look Fassade und große Teile der Seitenmauern abreißen lassen. Eine Art „Guerilla-Aktion“ vorbei an der Stadt.

Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen hatte daraufhin die Bürgeraktion einen Fragenkatalog an die Verwaltung gerichtet. Die Antworten aus dem Rathaus lassen noch auf sich warten.

Seit Ende vergangener Woche können Passanten an der Schwanenstraße indes verfolgen, wie aus Denkmalschutzgründen zu erhaltendes Mauerwerk fachmännisch geschützt werden kann. Die verbliebenen Teile einer Seitenmauer sind – so wie es sich fachlich gehört – durch Stützen und Maueranker gesichert worden und zum Schutz vor von oben eindringender Nässe durch Folie fachmännisch abgedeckt.

Ob die Maßnahme mit den bohrenden Fragen der Bürgeraktion in Zusammenhang steht, ist nicht bekannt.

Leider kommen diese Arbeiten für die Fassade mehr als vier Wochen zu spät. Von der ehemaligen Gebäudefront zur Schwanenstraße ist kein Stein mehr geblieben. Das zunächst im Erdgeschoss stehengelassene Mauerwerk der Fassade wurde zwischenzeitlich restlos beseitigt.

MEHR ZUM THEMA

Zum Abbruch des Gebäudes Schwanenstraße 16: zehn Fragen an die Bauaufsicht

 

In den letzten Wochen ist die Bürgeraktion im Zusammenhang mit dem fast kompletten Abriss des Gebäudes Schwanenstraße 16 mit vielen Fragen aus der empörten Bürgerschaft konfrontiert worden.

Die Fragen basierten zum Teil auf konkreten Beobachtungen der dortigen Abläufe. Soweit die Beantwortung unsere Sachkenntnis übersteigt, reichen wir die Fragen gem. § 22 Geschäftsordnung für den Rat der Stadt Hilden an die Stadtverwaltung weiter, mit der Bitte um schriftliche Stellungnahme:

  1. Hat die Bauaufsicht die Durchführung der Arbeiten zum Teilabbruch des Gebäudes an generelle Auflagen geknüpft, um den Erhalt der Fassade zu gewährleisten?
  2. Waren die Abbrucharbeiten hinsichtlich des Alters des Gebäudes und der altersbedingten Beschaffenheit des Mauerwerks mit speziellen Auflagen verbunden?
  3. War der Verwaltung vor Beginn der Arbeiten ein Verantwortlicher für deren Durchführung bekannt?
  4. Hat sich die Bauaufsicht in zeitlichen Abständen auf der Baustelle über den sachgemäßen Fortgang der Arbeiten vergewissert, oder wie sollte dem Ziel „Erhalt der Fassade“ entsprochen werden?
  5. Liegen der Bauaufsicht Erkenntnisse vor, die auf unsachgemäße Arbeiten oder die Nichteinhaltung behördlicher Auflagen schließen lassen?
  6. Wann hat die Bauaufsicht von der Einsturzgefahr der Fassade erfahren?
  7. Erfolgte die Unterrichtung der Bauaufsicht über das Problem einer sich anbahnenden Instabilität der Fassade zeitnah, oder hat es evtl. Hinderungsgründe gegeben? Wenn ja, welche?
  8. Wie hat die Verwaltung auf die Information reagiert?
  9. Sind Beobachtungen richtig, wonach sich bereits in der Vorwoche des So-gut-wie-Totalabbruchs im oberen Bereich der nördlichen Giebelwand ein starker Riss zeigte, ein Teil des Spitzgiebels erkennbar abzubrechen drohte und die Arbeiten zunächst tagelang unterbrochen waren; dann aber übers Wochenende auf einmal alles ganz schnell ging und nach den fortgesetzten Arbeiten von der Fassade nur noch Ruinen übrig blieben?
  10. Hat die Bauaufsicht den Bauherrn, den beteiligten Architekten oder Bauleiter, oder das beauftragte Abbruchunternehmen angesichts sich abzeichnender Probleme angehalten, bei den Abbrucharbeiten zum Beispiel von Maschineneinsatz auf Handarbeit umzustellen? Wenn ja, auf welchem Wege? Wenn nein, warum nicht?

Darüber hinaus bitten wir im Sinne vieler interessierter Bürger um Auskunft, wie die Verwaltung mit dem entstandenen Schaden umzugehen gedenkt und auf welchem Wege dem ursprünglichen Ziel, das denkmalbereichsprägende Gebäude mit seiner Fassade im Altstadt-Ensemble zu erhalten, noch zumindest annähernd entsprochen werden kann.

 

Geht’s den Spielhallen an den Kragen?

 

In der Vergangenheit konnten Städte gegen Spielhallen nicht allzu viel ausrichten. Hatten sich die unzähligen „Groschengräber“ erst einmal etabliert, genossen sie Bestandsschutz – die Städte waren machtlos. Daran könnte sich jetzt etwas ändern, vermutet die Bürgeraktion und wendet sich mit einer Anfrage an die Stadtverwaltung.

Seit dem 1. Juli 2017 gelten schärfere gesetzliche Regeln für Spielhallen in Nordrhein-Westfalen. Diese müssen nach den Vorgaben des jetzt wirksamen Glücksspielstaatsvertrags bis zum 1. Dezember 2017 umgesetzt werden.

Die inzwischen höchstrichterlich bestätigten Auflagen sehen vor, dass ein Mindestabstand von 350 Metern Luftlinie zwischen mehreren Spielhallen einzuhalten ist. Die Abstandsregelung gilt auch zur Entfernung gegenüber Schulen und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe. Außerdem schreiben die Bestimmungen eine Begrenzung der Automaten je Spielothek auf 12 Geräte vor. Im Übrigen – so die neue Regelung – dürfen die Automatenvergnügungsstätten künftig nicht mehr unter dem geschönten Namen „Casino“ firmieren.

In ihrer Anfrage weist die BA darauf hin, dass insbesondere im Hildener Westen die Anwohner in der Vergangenheit häufig Leidtragende einer überdurchschnittlich hohen Spielstättenkonzentration waren, verbunden mit einhergehenden Belästigungen für die Nachbarschaft. „Dabei machten vor allem die fast rund um die Uhr betriebenen Etablissements und ein exzessives Verhalten der einschlägigen Kundschaft Probleme“, so BA-Fraktionschef Ludger Reffgen.

Hilden ist das „Las Vegas des Rheinlands“

Die Stadt Hilden gilt auf Grund eines extrem hohen Spielautomaten-Aufkommens im Verhältnis zur Einwohnerzahl als „Las Vegas des Rheinlands“. In der Vergangenheit hatte sich die Bürgeraktion immer wieder gegen diese unrühmliche Spitzenreiterrolle  gewehrt und zum Beispiel beim Zustandekommen des örtlichen Steuerungskonzepts für Vergnügungsstätten für eine äußerst restriktive Handhabung in Hilden gestritten. Reffgen: „Eine wirklich durchgreifende Beschränkung war jedoch letztlich immer am Bestandsschutz vieler Spielhallen gescheitert.“

Nach Einschätzung der BA könnte die Stadt jetzt zum Ablauf einer fünfjährigen Übergangsregelung am 30. November diesen Jahres  eine wirksamere Handhabe bekommen, gegen die hohe Spielstättendichte etwas zu unternehmen. Deshalb möchte die Ratsfraktion wissen, wie im Rathaus die neue Rechtslage für Hilden bewertet wird, und wie die Verwaltung den gesetzlichen Auftrag aus dem bereits vor über fünf Jahren verabschiedeten Glücksspielstaatsvertrag im Sinne von Suchtprävention und Verringerung des Spielhallenbestands umzusetzen gedenkt.

„Ist die Verwaltung, wie vom Oberverwaltungsgericht in Münster empfohlen, wegen des für Hilden bedeutsamen Mindestabstandsgebots vielleicht schon vor dem 1. Juli vorbereitend tätig geworden“, fragt Reffgen konkret. Schließlich möchte die BA wissen, ob die Einhaltung der Vorschriften spätestens zum 1. Dezember in Hilden gewährleistet ist.

Abschließend wird die Stadtverwaltung gebeten, bis Ende des Jahres dem Rat einen ausführlichen Bericht über konkrete Maßnahmen, Vereinbarungen, Ergebnisse von Verhandlungen etc. vorzulegen und damit einen Sachstandsbericht zum Geschehen zu geben.

Nachgefragt: Stadtverwaltung muss Farbe bekennen

Mit einer Anfrage im Haupt- und Finanzausschuss hat der Vorsitzende der Fraktion Bürgeraktion, Ludger Reffgen, die Stadtverwaltung aufgefordert, Farbe zu bekennen, wie sie mit dem Verdrängungsprozess von finanziell schlechter ausgestatteten Menschen an der Beethovenstraße umgehen will.

„Hat das Rathaus ein Konzept zur sozialen Quartiersentwicklung?“, lautet eine zentrale Frage. Für die Besucher unserer Homepage und der Facebook-Seite der Bürgeraktion dokumentieren wir die Anfrage im Wortlaut:

Anfrage zur Haupt- und Finanzausschusssitzung am 28. Juni 2017: 

Quartiersentwicklung an der Beethovenstraße

An der Beethovenstraße hat sich im Schatten des Hochhauses im Laufe vieler Jahre und von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen auf privater Initiative ein Bürger- und Begegnungszentrum etabliert. Während die dortige Bäckerei einen wichtigen Beitrag zur Sozialarbeit in dem Quartier leistet, hat sich das angeschlossene Café als soziokulturelles Zentrum entwickelt. Beide informellen Einrichtungen sind als Strukturelement im Laufe der Zeit fester Bestandteil einer als fortschrittlich konzipiert zu betrachtenden Stadtentwicklung geworden. Sie übernehmen für die lokale Szene diverser Randgruppen wichtige Funktionen, z. B. die Freiraumfunktion für benachteiligte Minderheiten.

Die Herausforderung für das Quartierszentrum besteht in der Sicherung der täglichen Lebensqualität. 

Angesichts der Absicht, an gleicher Stelle den Baubestand aufzugeben und durch ein bebauungsplankonformes Neubauvorhaben zu ersetzen, stellt sich die Frage, ob das Bauprojekt auf eine bürgerorientierte Stadtentwicklung ausgerichtet ist.

Wir fragen die Verwaltung:

  1. Wie beabsichtigt die Stadtverwaltung sicherzustellen, dass mit der Stadtentwicklung im Bereich Beethovenstraße die Schaffung besserer sozialer und kultureller Bedingungen für alle Bürger und die Chancengleichheit als wesentliches Kriterium in eine ganzheitliche Planung eingehen?
  2. Was unternimmt die Stadt projektbegleitend, um die bestehenden Kommunikationsstrukturen zu erhalten bzw. aufzufangen? 
  3. Verfügt die Verwaltung über eine Strategie zur sozialen Quartiersentwicklung? Wenn ja: Welche Vorstellungen hat die Verwaltung bezüglich eines städtebaulich- und soziokulturell getragenen integrierten Quartiersentwicklungskonzepts? 
  4. Gedenkt die Verwaltung die soziokulturellen Erfordernisse mit dem Investor eines neuen Quatierszentrums abzustimmen? Wenn ja, wann und auf welchem Wege soll dies geschehen?
  5. Hat die Verwaltung eine Strategie, um das Bauprojekt sozialraumorientiert fachübergreifend zu Gunsten einer sozialen Stadtentwicklung zu begleiten?
  6. Wie soll den sozialen Gegebenheiten, den Bedürfnissen, Möglichkeiten und Ressourcen der Bewohnerinnen und Bewohner und ihrer Lebenswelt künftig entsprochen werden?

 

Ausbildungsbörse – Bürgeraktion macht Verbesserungsvorschlag

 

 
Kann man eine gute Veranstaltung wie die Hildener Ausbildungsbörse noch verbessern? Man kann, findet die Bürgeraktion und hat dazu einen Vorschlag im Stadtrat präsentiert: Die Stadtverwaltung möge prüfen, ob die bei Schülern, Eltern, Betrieben und Beratern so beliebte Veranstaltung auf die Zeit vor Ostern vorverlegt werden kann. Wie BA-Fraktionsvorsitzender Ludger Reffgen erläutert, hätte das den Vorteil, dass gleich auf der Börse für die im Anschluss stattfindenden Schulferien Praktika vereinbart werden könnten.
In der Regel sei mit dem Besuch der Ausbildungsbörse die Orientierungsphase für einen Ausbildungsberuf bei den Interessenten nicht abgeschlossen, gibt Reffgen zu bedenken. „Vielfach erwächst aus den Gesprächen der Wunsch, die Erkenntnisse im Rahmen eines Praktikums und durch persönliches Erleben testweise auszuprobieren.“ Gleichzeitig sei es aus Sicht der Schule wichtig, dafür so wenig Unterrichtszeit wie möglich zu opfern. Deshalb kämen bei Schülern für Betriebspraktika  vorrangig Ferienzeiten in Frage – schon gar, wenn mehrere Praktika angestrebt würden.
In dieser Situation spielten die Osterferien eine wichtige Rolle. Mit noch genügend zeitlichem Abstand zum Beginn des neuen Schul- und Ausbildungsjahrs biete das Frühjahr noch ausreichend Möglichkeiten, Berufswünsche zu konkretisieren und die Entscheidungsphase in einen Ausbildungsvertrag münden zu lassen. Reffgen: „Da wäre es sehr hilfreich, die Ausbildungsbörse zeitlich so zu disponieren, dass im Anschluss die schulfreie Zeit der Osterferien zu Praktikumszwecken sinnvoll genutzt werden kann.“

Spielplatz „Bruchhauser Kamp“

 

Bürger beklagen schlechten Zustand – Neues Spielgerät lässt auf sich warten
In der Einwohner-Fragestunde der Ratssitzung haben sich Bürger danach erkundigt, warum der Kleinkinder-Spielplatz in ihrem Wohngebiet sich noch immer in scheußlichem Zustand befindet. Die BA legte nach.
„Alles neu macht der Mai“, sagt der Volksmund. Darauf hatten sich die Anwohner im Hildener Südwesten gefreut und gehofft, der Spielplatz „Am Bruchhauser Kamp“ werde im Laufe des Frühjahrs wieder in einen für Kinder attraktiven Zustand versetzt. Im März hatte der Stadtrat nach langem Hin und Her dem Antrag der Bürgeraktion (BA) zugestimmt, den Spielplatz nicht aufzugeben, sondern das im vergangenen Jahr entfernte Spielgerät zu erneuern.
Wann das endlich in die Tat umgesetzt werde und der aktuell trostlose, von wucherndem Unkraut gekennzeichnete Zustand ein Ende habe, wollten mehrere Bürger in der letzten Ratssitzung von der Stadtverwaltung wissen. In ihrer Antwort verwies die Bürgermeisterin entschuldigend auf den gerade erst kürzlich genehmigten Haushalt, der zuvor keine Ausgaben zur Neuanschaffung zugelassen habe. Zum miserablen Allgemeinzustand wurde indes kein Wort verloren.
Das holte jetzt BA-Fraktionsvorsitzender Ludger Reffgen mit einer Anfrage nach. Er bat die Verwaltung um Auskunft, ob sie kurzfristig in der Lage sei, dem Zustand der Verwahrlosung auf der Spielfläche ein Ende zu bereiten und beispielsweise das wuchernde Unkraut von den Sandflächen zu entfernen. Reffgen: „Gerade in der wärmeren Jahreszeit wäre es schade, wenn die Nutzung des Platzes indirekt vereitelt würde. Eigentlich sollte eine Pflege- und Säuberungsaktion haushaltsunabhängig vom Grünflächenamt oder Bauhof unproblematisch zu bewerkstelligen sein.“

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen