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Schwanenstraße: Einsturz mit Ansage

Die Fassade der früheren Bäckerei Look solle erhalten bleiben, hatte es vor Beginn der Abbrucharbeiten geheißen. Die Leiterin der Bauaufsicht äußerte sich zufrieden über die Planungsabsichten von Architekt und Bauherr. Jetzt ist außer einem Schutthaufen von dem denkmalbereichsprägenden Gebäude in der Hildener Altstadt fast nichts mehr geblieben. Ergebnis eines unsachgemäßen Abbruchs?

 

Der Anblick löst Empörung aus. Wer in die Schwanenstraße kommt, den trifft beim Anblick der Hildener Traditions-Bäckerei Look der Schlag. Mitten im Herzen der historischen Hildener Altstadt, dort, wo einst die legendären Mandel-Weckmänner die Auslage schmückten, zwischen „Fachwerk“, Haus „Zum Schwan“ und Kückeshaus, gleich gegenüber dem Haus „Auf der Bech“, klafft eine Lücke, zeugen nur noch ein paar halbhohe, fensterandeutende Ruinen davon, dass hier einmal ein Gebäude gestanden haben muss.

Haben Bauherr und Architekt die Auflagen der Bauaufsicht missachtet? Oder ist die Behauptung vieler Passanten, in Hilden sei „aus Erfahrung“ mit dem „Einsturz“ der Fassade ohnehin zu rechnen gewesen, nur der Ausdruck „böser Zungen“, wie es die Presse sieht.

„Nach dem Einsatz eines schweren Baggers beim Abbruch, ohne jeglichen statischen Schutz der Fassade, war das ein Einsturz mit Ansage“, findet die BA. „Wer so an einen Teilabbruch herangeht, nimmt fahrlässig oder gewollt schwere Schäden an den nicht zum Abbruch bestimmten Gebäudeteilen in Kauf.“ Zumal den Verantwortlichen – anders als der staunenden Presse – bekannt sein musste, dass vor über hundert Jahren Mauerwerk noch mit Kalk errichtet wurde, und Zement oder gar Beton am Bau noch gänzlich unbekannt waren.

Übers Wochenende vollendete Tatsachen geschaffen

Wenn in einem solchen Fall die Fassade erhalten werden soll, erfordert das beim Abbruch der angrenzenden Teile sehr filigrane Arbeiten, die tunlichst von Hand erledigt werden. Doch das geschah nicht. Bereits in der Vorwoche, als die Arbeiten tagelang unterbrochen waren, war im oberen Bereich der nördlichen Giebelwand ein starker Riss zu beobachten, der Spitzgiebel drohte erkennbar abzubrechen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hätten an den noch nicht beeinträchtigten Fassadenteilen unterhalb des Dachansatzes (Traufe) Sicherungsmaßnahmen stattfinden müssen, anstatt den Einsatz mit schwerem Gerät am Wochenende fortzusetzen und das Haus fast dem Erdboden gleich zu machen.

Mit Schutzvorkehrungen zum Erhalt von Fassade und Seitenwänden hatten Bauherr, Architekt und Abbruchunternehmen offenbar nichts am Hut. Jetzt dankt der ungenannte Bauherr über die Presse „der Stadt Hilden für die Zusammenarbeit“. – Ein Schelm, der Böses dabei denkt!

Die Bauaufsicht muss sich fragen lassen, wo sie ihre Augen in diesen Tagen hatte, und ob es neben der allgemeinen Auflage, die Fassade inclusive Seitenwände zu erhalten noch Vorgaben für die Durchführung der Arbeiten gab. Darüber hinaus wäre es interessant zu erfahren, welche Rolle der Architekt oder Bauleiter bei dem Ganzen spielt und ob er seiner leitenden Verantwortung gerecht geworden ist.

 

Bürgeraktion äußert Bedenken zur Entwicklung des Einzelhandels im Norden

Vor einer überwiegend stummen Zuhörerschaft hat die Stadt ihr Einzelhandels- und Nahversorgungskonzept präsentiert. Nur die Bürgeraktion legte den Finger in offene Wunden.

 

Wie geht es weiter mit dem Einzelhandel in Hilden? Wo sollte die Ansiedlung von Geschäften gefördert werden, und wo besser nicht? Auf solche Fragen versucht ein Entwicklungskonzept Antworten zu geben, das die Stadt Hilden in Auftrag gegeben hat und das jetzt öffentlich vorgestellt und – laut Einladung –  diskutiert werden sollte. Was den Hildener Norden angeht, machte die Bürgeraktion erhebliche Bedenken geltend. Wenn der Plan, an der Beethovenstraße einen weiteren großflächigen Supermarkt zuzulassen, umgesetzt werde, bleibe das nicht ohne Folgen – nicht nur für das kleine Ladenzentrum im Schatten des Hochhauses. Auch für eine Reihe kleiner Einzelhändler in den Randbereichen der Nordstadt könnte das das Aus bedeuten. Namentlich für die Geschäfte an der Schubertstraße und der Gustav-Mahler-Straße, aber auch an der Gerresheimer Straße dürfte es bei zunehmendem Konkurrenzdruck eng werden, warnte der Vorsitzende der BA-Fraktion, Ludger Reffgen, vor den sich abzeichnenden Konsequenzen. Für den nur einen Steinwurf entfernten „Nordmarkt“ werde die verschärfte Wettbewerbssituation „Kannibalismus“ bedeuten. Der Gutachter des von der Stadt beauftragten Planungsbüros mochte diese Entwicklung nicht ausschließen. Er räumte ein, eine Ausweitung von Gewerbeflächen habe immer Auswirkungen auf das Umfeld. Die Stadt müsse sich deshalb entscheiden zwischen einer Konzentration des Angebots im Bereich der Beethovenstraße und dem Schutz bestehender Läden in der Umgebung.Reffgen machte deutlich, dass die Bürgeraktion eine Politik, bei der gerade für die Nahversorgung wichtige Geschäfte vor die Wand gefahren werden, nicht mitmachen werde. Die alternde Bevölkerung im Hildener Norden sei mehr denn je auf eine gute Nahversorgung angewiesen.Den anwesenden Vertretern der Stadtverwaltung, die abwechselnd ihre Position zu verteidigen suchten, gleichzeitig aber ihre Hände in Unschuld wuschen, war die kritisch-zugespitzte Diskussion sichtlich unangenehm. Die übrigen Zuhörer, vornehmlich Kommunalpolitiker und Funktionäre, hatten zu der gesamten Thematik keine Meinung, oder äußerten diese zumindest nicht.

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