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Soziales

Verbilligte Wohnungen im Groß-Projekt „Beethovenstraße“?

Vergangene Woche ließ die Presse aufhorchen. Da wurde über Verzögerungen beim Projekt „Beethovenstraße“ berichtetet (Rheinische Post vom 09.07.). Und darüber, dass in dem Groß-Projekt, das an die Stelle des ehemaligen Einkaufszentrums neben das Hochhaus rücken soll, „rund 100 Mietwohnungen in unterschiedlicher Größe im ‚preisgedämpften Bereich‘ […] entstehen“. Wir haben uns etwas ungläubig die Augen gerieben: War das nun eine uralte, schlecht recherchierte Nachricht, die noch immer gerne aufgewärmt serviert wird, oder war uns in der jüngeren Entwicklung tatsächlich etwas entgangen?

Um dem Wahrheitsgehalt auf den Grund zu gehen, haben wir die Meldung zum Anlass für eine Anfrage im Rathaus genommen: Hat sich der Investor beim Projekt „Beethovenstraße“ zwischenzeitlich gegenüber der Stadt zum Angebot von preisgedämpften Wohnungen vertraglich verpflichtet? Und wenn ja, für wieviele Wohnungen gilt diese Zusage verbilligter Mieten?

Jetzt sind wir gespannt auf die Antwort. Bereits im Mai diesen Jahres hatte die BA in einer öffentlichen Anfrage um Klarstellung gebeten, was unter „preisgedämpftem“ Wohnraum zu verstehen ist. Daraufhin hatte die Verwaltung in einer umfangreichen Sitzungsvorlage für den Wirtschafts- und Wohnungsbauförderungsausschuss Stellung bezogen. Im Spiegel der Presse fand das Thema bisher folgenden Niederschlag:

1. Als „preisgedämpft“ gilt in Hilden eine Miete, wenn sie 8,75 Euro/qm nicht übersteigt.

2. Nach eigenem Bekunden hat die Verwaltung eine derartige Vereinbarung in Hilden bisher erst für zwei noch zu erstellende Neubau-Wohnungen an der Schützenstraße getroffen.

Sternenkinder sind einzig

 

Kommentar von Ludger Reffgen

Dass Sternenkinder jetzt auch auf einem Hildener Friedhof eine würdige Ruhestätte finden, ist tröstlich und edlen Spendern zu verdanken. Weniger rühmlich: Im Gegensatz zu anderen Städten verzichtet Hilden nicht auf Bestattungsgebühren bei dieser besonderen Art der Beisetzung. 

Gräber für Sternenkinder sind mit Einzelgräbern und individueller Bestattung für größere Kinder nicht vergleichbar. Für die bislang von der Geburtsstation im Krankenhaus „entsorgten“ Fehlgeburten und nicht lebensfähigen Frühchen erfolgt die Beerdigung als Sammelbeisetzung, die, je nach Aufkommen, von Zeit zu Zeit vorgenommen wird und in einem kleinen Gemeinschaftssarg stattfindet – unvergleichlich in ihrer Art. 

Deshalb greift auch das Argument der Gebührengerechtigkeit und der Hinweis auf andere Sterbefälle zur Rechtfertigung des Kostenbescheids zu kurz: Die Bestattung von „Sternenkindern“ ist einzig. Die Handhabung der Gebührenfrage sollte es auch sein.

MEHR ZUM THEMA:

http://buergeraktionhilden.de/kirchen-und-kreuer-spenden-sternenkinderfeld-stadt-besteht-auf-gebuehren/ – 22.01.2018

http://buergeraktionhilden.de/sternenkinder-buergeraktion-bedauert-beschluss-zur-bestattungsgebuehr/ – 22.01.2018

Bürgeraktion äußert Bedenken zur Entwicklung des Einzelhandels im Norden

Vor einer überwiegend stummen Zuhörerschaft hat die Stadt ihr Einzelhandels- und Nahversorgungskonzept präsentiert. Nur die Bürgeraktion legte den Finger in offene Wunden.

 

Wie geht es weiter mit dem Einzelhandel in Hilden? Wo sollte die Ansiedlung von Geschäften gefördert werden, und wo besser nicht? Auf solche Fragen versucht ein Entwicklungskonzept Antworten zu geben, das die Stadt Hilden in Auftrag gegeben hat und das jetzt öffentlich vorgestellt und – laut Einladung –  diskutiert werden sollte. Was den Hildener Norden angeht, machte die Bürgeraktion erhebliche Bedenken geltend. Wenn der Plan, an der Beethovenstraße einen weiteren großflächigen Supermarkt zuzulassen, umgesetzt werde, bleibe das nicht ohne Folgen – nicht nur für das kleine Ladenzentrum im Schatten des Hochhauses. Auch für eine Reihe kleiner Einzelhändler in den Randbereichen der Nordstadt könnte das das Aus bedeuten. Namentlich für die Geschäfte an der Schubertstraße und der Gustav-Mahler-Straße, aber auch an der Gerresheimer Straße dürfte es bei zunehmendem Konkurrenzdruck eng werden, warnte der Vorsitzende der BA-Fraktion, Ludger Reffgen, vor den sich abzeichnenden Konsequenzen. Für den nur einen Steinwurf entfernten „Nordmarkt“ werde die verschärfte Wettbewerbssituation „Kannibalismus“ bedeuten. Der Gutachter des von der Stadt beauftragten Planungsbüros mochte diese Entwicklung nicht ausschließen. Er räumte ein, eine Ausweitung von Gewerbeflächen habe immer Auswirkungen auf das Umfeld. Die Stadt müsse sich deshalb entscheiden zwischen einer Konzentration des Angebots im Bereich der Beethovenstraße und dem Schutz bestehender Läden in der Umgebung.Reffgen machte deutlich, dass die Bürgeraktion eine Politik, bei der gerade für die Nahversorgung wichtige Geschäfte vor die Wand gefahren werden, nicht mitmachen werde. Die alternde Bevölkerung im Hildener Norden sei mehr denn je auf eine gute Nahversorgung angewiesen.Den anwesenden Vertretern der Stadtverwaltung, die abwechselnd ihre Position zu verteidigen suchten, gleichzeitig aber ihre Hände in Unschuld wuschen, war die kritisch-zugespitzte Diskussion sichtlich unangenehm. Die übrigen Zuhörer, vornehmlich Kommunalpolitiker und Funktionäre, hatten zu der gesamten Thematik keine Meinung, oder äußerten diese zumindest nicht.

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