Kulturamt, Musikschule, Museum, Archiv: Nur noch „halbe Sachen“? – BA befürchtet weiteren Niveau- und Substanzverlust

Seit Anfang des Jahres werden nach voraufgegangener monatelanger Vakanz die Leitungsfunktionen in Kulturamt und Musikschule nur noch als Halbtagsstellen geführt. Die Arbeitszeitkontingente wurden erheblich reduziert. Ähnliches scheint sich jetzt bei Museum und Stadtarchiv anzubahnen. Die Bürgeraktion sieht bereits heute einen deutlichen Niveauverlust im Kulturangebot der Stadt. Ihr kulturpolitischer Sprecher, Ludger Reffgen, befürchtet, dass sich das Publikum an „halbe Sachen“ gewöhnen soll.

Vor gut zwei Monaten trat der Museumsleiter und Stadtarchivar, Dr. Wolfgang Antweiler, in den Ruhestand. Bis heute ist die Stelle unbesetzt. Der Umgang mit dieser seit langem absehbaren Vakanz wirft nach der, im vergangenen Jahr ebenfalls monatelang nicht besetzten Stelle der Kulturamtsleitung und des lange Zeit vakanten Postens der stellvertretenden Musikschulleitung (vormals Thomas Volkenstein) erneut ganz allgemein ein trübes Licht auf den Stellenwert der Kultur in Hilden. Daneben, so BA-Fraktionschef Ludger Reffgen, lässt die Handhabung einen Eindruck von der Wertschätzung der Arbeit des bisherigen Stelleninhabers zu, deren nahtlose Fortsetzung im Rathaus offenbar keine Priorität genieße.

Nun hat sich die Bürgeraktion mit einigen Fragen an den Dezernenten und die Bürgermeisterin gewendet. Zum Beispiel möchte die BA wissen, welche Vorstellungen die Dezernatsführung hinsichtlich der künftigen Ausrichtung des Wilhelm-Fabry-Museums unter personellen und inhaltlichen Gesichtspunkten hat.

Die BA sieht die überregionale Reputation des Museums gefährdet.

Das Museum habe sich mit dem Schwerpunkt „Medizingeschichte“ bundesweit einen Namen gemacht. Dies sei einer langjährigen konsequenten Strategie und einer fachlich unbestritten anspruchsvollen Konzeption zu danken. „Wie glaubt die Verwaltungsführung, diesen Ruf unbeschadet in die Zukunft übertragen zu können“, fragt die BA besorgt um die Früchte vieler Jahre Arbeit.

So gehe die überregionale Reputation unter anderem mit dem langjährigen Zusammenwirken mit namhaften Sponsoren einher, bei Ausstellungen mit medizinhistorischen Bezügen oder bei Veranstaltungsreihen, wie der „Themenausstellung“ und sei im Laufe der Jahre kontinuierlich auf- und ausgebaut worden. Die BA sieht diese Entwicklung gefährdet und möchte wissen, welche Museumsprojekte sich zur Zeit mit langen zeitlichen Vorläufen in der Planung befinden und wie ihre Realisation personell und wirtschaftlich gesichert ist.

„Wie soll das Erbe von Strangmeier, Wennig, Müller und Antweiler fortgesetzt werden?“

Auch beim Stadtarchiv bangt die BA um einen Substanzverlust. Das städtische Archiv leiste seit Jahrzehnten unter heimatgeschichtlichen Aspekten eine äußerst wertvolle Arbeit. Dies schließe auch viele einschlägige Veröffentlichungen auf dem Gebiet der regionalen Geschichtsforschung ein. Reffgen: „Die Reihe der Hildener Jahrbücher oder der Niederbergischen Beiträge hat sich zu einem reichen Fundus für die Nachwelt entwickelt. Ihre Herausgeber und Autoren wie Heinrich Strangmeier, Dr. Wolfgang Wennig, Dr. Gerd Müller oder zuletzt Dr. Wolfgang Antweiler stehen in einer Linie für eine höchst anspruchsvolle Aufgabenerfüllung im städtischen Archiv.“ Jetzt sei die Frage, wie die Bürgermeisterin gedenke, dieses Erbe fortzusetzen.

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