Wer von der Pungshausstraße zum städtischen Hauptfriedhof wollte, stand seit Wochen vor verschlossenem Tor. Die Folge: weite Umwege, und das zum Teil bei glühender Hitze. Das soll sich jetzt wieder ändern, schreibt Bürgermeister Pommer und bedauert die sich noch hinziehende Instandsetzung der Toranlage. Der Zugang zum Friedhof werde von der Südseite trotzdem kurzfristig wieder möglich gemacht. Er reagiert damit auf eine Anfrage der BA/Piraten-Fraktion, die sich für eine Übergangslösung eingesetzt hatte.
Anfang Juli hatte die Verwaltung mitgeteilt, das Tor am Südost-Eingang zum Hauptfriedhof sei aufgrund der großen Hitze defekt und müsse fürs Erste geschlossen bleiben. Die erforderlichen Arbeiten sollten jedoch „schnellstmöglich durchgeführt werden“, so das Versprechen aus dem Rathaus.
Doch daraus wurde nichts. Als anderthalb Monate zu verstreichen drohten, ohne das sich irgendetwas tat, riss einigen Bürgern der Geduldsfaden. Sie wandten sich hilfesuchend an die BA/Piraten-Fraktion, um auf den erschwerten Zugang und die langen Umwege aufmerksam zu machen.
Ludger Reffgen, der die Ratsfraktion leitet, schrieb an Bürgermeister Pommer und machte ihm deutlich, was den Bürgern zugemutet werde: Zum Einen wegen der weiten Umwege, zum Anderen wegen der extremen Temperaturen seien die Betroffenen gleich doppelt gestraft. „Wenn man darüber hinaus berücksichtigt, dass vor allem viele ältere Menschen – bei dem trockenen Wetter täglich – mit der erforderlichen Grabpflege befasst sind, wird deutlich, in welchem Maße Menschen durch das Verwaltungshandeln vor physische Herausforderungen gestellt sind“, hatte Reffgen dem Bürgermeister geschrieben.
Bürgermeister zeigt Einsicht
Der zeigt sich in seiner Antwort einsichtig und verspricht, das zweiflügelige Tor einseitig wieder zu öffnen, obschon die Reparatur noch auf sich warten lasse. Inzwischen sei der Schaden durch Vandalismus sogar noch größer geworden. Damit steht der Eingang Friedhofsbesuchern aber auf jeden Fall wieder zur Verfügung.
Freuen wird das auch Bürger, die mit dem Auto kommen und gerne die kostenlosen Parkplätze vor dem Tor nutzen. Reffgen hatte hilfsweise die vorübergehende Lockerung der Parkgebührenpflicht an der Straße Am Feuerwehrhaus ins Gespräch gebracht. Dazu gab sich der Bürgermeister aber hartleibig. Mit der Wiederöffnung des Südost-Eingangs wird dieser Vorschlag jedoch ohnehin überflüssig.
Der Bürgermeister weist allerdings auch noch auf ein anderes Problem hin, was die Verwaltung zur Schließung des Zugangs offenbar veranlasste, jedoch bisher verschwiegen wurde: Die Nutzung das Friedhofs als kurze Ost-West-Radwegeverbindung und damit das widerrechtliche Befahren mit Fahrrädern, Pedelecs, Fatbikes und E-Scootern. Der Weg über den Friedhof diene dabei als Abkürzungsstrecke. Das störe nicht nur die Friedhofsruhe. Vielmehr gehe damit auch eine Gefährdung der Besucher und des Personals einher, was nicht hinnehmbar sei.