Das hat es bisher noch nicht gegeben: In Hilden entscheidet beim Übergang von der Grundschule zum städtischen Gymnasium erstmals das Los. Eltern sind verärgert, Kinder todtraurig. Die Ratsfraktion Bürgeraktion|Piraten versucht, sich mit Fragen beim Bürgermeister einen Überblick zu verschaffen.
Mit einem umfangreichen Fragen-Katalog hat die Ratsfraktion Bürgeraktion|Piraten auf das bekannt gewordene Losverfahren am städtischen Helmholtz-Gymnasium (HGH) reagiert. Die Schule hatte damit zur Überraschung vieler Beobachter auf die hohen Anmeldezahlen von Viertklässlern reagiert und natürlich vor allem bei den Schülern und Eltern Frust ausgelöst, die kein Losglück hatten, sondern abgewiesen wurden.
Die Nachricht war wie eine Bombe eingeschlagen: Um den hohen Anmeldedruck zu managen, hatte das HGH seine zur Verfügung stehenden Plätze unter den angemeldeten Schülern verlost. Dabei gingen 21 derzeit Noch-Grundschüler leer aus.
„Warum verschweigt der Schuldezernent das Losverfahren im Schulausschuss?“
„Nach welchen Kriterien wurde das Losverfahren durchgeführt? Gab es eine explizite Berücksichtigung von Hildener Schülerinnen und Schülern gegenüber Bewerbern aus anderen Kommunen?“, möchten Fraktionschef Ludger Reffgen und der schulpolitische Sprecher der Ratsfraktion Bürgeraktion|Piraten, Ulrich Siedentop, von der Verwaltung wissen.
Was die beiden Kommunalpolitiker generell verwundert und aufhorchen lässt, ist der Umstand, dass noch vor gerade einmal zwei Wochen im Schulausschuss weder Schulverwaltung noch Schuldezernent irgendein Wörtchen über den Engpass am HGH verloren haben. „Warum sitzen wir zusammen und beraten über allgemeine Fragen der Schulentwicklung, ohne dass uns die Verwaltung auf gravierende aktuelle Probleme hinweist“, ärgert sich Ulrich Siedentop, selbst Mitglied im Schulausschuss.
“Was tut die Stadt für Hildener Kinder?“
Was Siedentop aber am meisten interessiert: “Welche konkreten Maßnahmen wurden oder werden ergriffen, um sicherzustellen, dass Hildener Kinder mit Gymnasialempfehlung künftig Vorrang erhalten oder angemessen berücksichtigt werden?“ Und weiter: „Welche konkreten Schritte plant die Stadt Hilden, um ähnliche Engpässe künftig zu vermeiden?“ Vorstellbar wäre aus Sicht der Ratsfraktion Bürgeraktion|Piraten beispielsweise eine Elternbefragung zum Elternwillen hinsichtlich zukünftiger Schulformen durchzuführen.
Zum Schicksal der beim Los-Verfahren leer ausgegangenen Kinder möchten Reffgen und Siedentop abschließend wissen, ob „deren Belange letztlich in allen Fällen ausreichend berücksichtigt wurden“.