Geschäfte und Lokale, die im Schatten von Hildens Flaniermeile liegen – damit sind die Nebenlagen der Fußgängerzone gemeint –, haben zum Teil arge Existenzsorgen.

 

Wer an der Heiligenstraße, der Schulstraße oder auch an der Schwanenstraße einen Laden betreibt, weiß davon ein Lied zu singen. Umso mehr würden sich die Inhaber solcher Boutiquen und Gastronomiebetriebe über ein Hinweisschild in der Mittelstraße freuen, dort platziert, wo die meisten Menschen täglich vorbeilaufen.

Man fragt sich, was kann daran so schwer sein, zumal es dafür seit 2018 bei der Stadt eine Regelung gibt. Damals sagte die Verwaltung im Ausschuss für Stadtentwicklung zu, einen Mustervertrag zu „entwickeln“, um interessierten Geschäftsleuten gestatten zu können, in Vereinbarung mit dem Stadtmarketing entsprechende Hinweisstelen aufzustellen.

Seither sind acht Jahre vergangen. Heute möchte der Bürgermeister – wie sich jetzt im Ausschuss für „Wirtschaftsförderung“ zeigte – an diese Zusage der Verwaltung nicht mehr erinnert werden. Denn passiert ist zwischenzeitlich einfach nichts.

Einzelne Geschäftsinhaber sind nach wie vor unzufrieden mit der Situation. Aus den Reihen der Bürgeraktion wurde wiederholt bei der Stadt angefragt und Kritik geübt. Die Beanstandungen haben offenbar dazu geführt, die Verwaltung zu veranlassen, die Angelegenheit jetzt nochmals mit einigen aktualisierten Akzenten bei der Politik auf die Tagesordnung zu setzen.

So soll eine Stele jetzt nicht mehr 1800 sondern 3500 Euro kosten. Spielt aus Rathaussicht aber keine Rolle, denn die Kosten werden eh an die Werbenden weitergegeben.

Doch damit noch nicht genug. Denn die CDU bringt jetzt noch die digitale Display-Variante ins Spiel. Damit dürfte es vor allem eins werden: nochmals deutlich teurer. Ob dann noch kleine, ums Überleben kämpfende Läden mitmachen, ist fraglich.

Jedenfalls dürfte dieses Jahr wieder ohne sichtbares Ergebnis für die betroffenen Geschäfte verstreichen. Denn das Thema wurde im Wirtschaftsförderungsausschuss erst einmal vertagt. Dabei hätten die in Randlagen befindlichen Läden rasche „Wirtschaftsförderung“ im buchstäblichen Sinne gerade so besonders nötig.

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