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Statt Picknick: Anwohner bekamen „reinen Wein eingeschenkt“

By 29. März 2017März 30th, 2017Allgemein
Eigentlich hatte es ein harmloses Picknick werden sollen, zu dem sich die Anwohner der Straße „Am Bruchhauser Kamp“ am vergangenen Wochenende auf „ihrem“ Spielplatz treffen wollten. Familien mit ihren Kindern wollten in einer gemeinsamen Aktion zum Ausdruck bringen, dass ihnen der Spielplatz in ihrer Nachbarschaft sehr am Herzen liegt. Aber sie durften nicht. Kurz zuvor hatte die Bürgermeisterin das Treffen kraft Amtes behördlich untersagt – und damit viel Empörung ausgelöst.
Dennoch ließen sich eine Reihe Bürger und erst recht viele Kinder nicht davon abhalten, in der Mittagssonne am Spielplatz vorbeizuschauen. Während die Kinder die verbliebenen Spielgeräte belagerten, tauschten sich die Erwachsenen über die jüngsten Ereignisse aus.
Mit dem Verbot hatte die Verwaltung alleine schon für viel Gesprächsstoff gesorgt. Und die Tagespresse tat mit ihrer, an Verleumdung grenzenden Berichterstattung noch ein Übriges. Die Anwohner wollten keine Sozialmieter in Ihrer Nachbarschaft akzeptieren, hatte es da in einer bösen, nicht näher belegten Unterstellung geheißen. Die Antwort auf die als „Frechheit“ empfundene Meinungsäußerung war entsetztes Kopfschütteln.
Als „Gipfel der Unverschämtheit“ wurde gar die von der Tageszeitung kaum verhohlen an die Adresse der CDU gerichtete Botschaft verstanden, nach der Landtagswahl in der Spielplatz-Frage zu einer Meinungsänderung zu kommen und sich der SPD-Position anzuschließen.
Dass derlei Anfeindungen – mit dem Ziel ausgesprochen, Andersdenkende in eine bestimmte Ecke zu stellen – viel Solidaritätsbereitschaft hervorbrachte, konnte nicht wirklich verwundern. So gab es zwar kein Picknick, aber stattdessen wurde am Ende auch nicht damit gespart, den interessierten Anwohnern „reinen Wein einzuschenken“. Was manchen zu der Überlegung veranlasste, wie beim nächsten Mal die „freundliche Mitwirkung aus dem Rathaus“ zu umgehen wäre.

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