Die Nachricht verursacht Kopfschütteln. Wie kann es sein, dass annähernd ein ganzes Jahr verstreicht, bevor im Amt für Gebäudemanagement auffällt, dass ein beauftragtes Unternehmen die vereinbarten Bauleistungen nicht erbringt?

 

Die Frage wird in diesen Tagen nicht nur auf der Mittelstraße diskutiert. Die Ratsfraktion Bürgeraktion|Piraten hat das, was da für öffentlichen Gesprächsstoff sorgt, aufgegriffen und reagiert damit auf eine Mitteilung des Baudezernenten im Finanzausschuss (nicht etwa im wenige Tage zuvor beratenden, zuständigen Ausschuss für technische Infrastruktur), mit dem Umbau des Bürgertreffs Lortzingstraße werde es wohl noch länger dauern.

Rückblick: Der Rat hatte nach langen Debatten und anfänglich vielen Widerständen im Juni 2024 beschlossen, in den Räumen des Bürgertreffs zwei Gruppenräume zur kurzfristigen Erweiterung der Kindertagesstätte „Traumquelle“ (der Name rührt vom ehemaligen Hallenbad an gleicher Stelle) einzurichten, um der erheblichen Unterversorgung an Betreuungsplätzen zu begegnen. Die Erweiterung der bisher zweigruppigen Kindertagesstätte sollte binnen eines Jahres erfolgen.

Vielen Passanten sei der ausbleibende Baufortschritt an der Baustelle im Norden der Stadt seit Monaten aufgefallen, fasst BA|Piraten-Fraktionschef Ludger Reffgen die Beobachtungen aufmerksamer Bürger zusammen. Nachdem im Frühjahr vergangenen Jahres angefangen wurde, das Gebäude zu entkernen, habe die Baustelle monatelang geruht. Auch ein im Winter aufgestelltes Gerüst habe nicht darüber hinwegtäuschen können, das es mit dem Umbau nicht wirklich weitergehe.

„Das könnte sich kein privater Bauherr erlauben“

Das jetzt, etwa ein Jahr nach Baubeginn, die Verwaltung Verzögerungen bedingt durch Unzuverlässigkeiten des Auftragnehmers einräume, nachdem der gesamte Umbau eigentlich schon seit zwei Monaten beendet sein sollte, komme dem Eingeständnis gleich, sich als Bauherr bisher unzulänglich um die Baustelle gekümmert zu haben. „Das könnte sich kein privater Bauherr erlauben“, ist da auf der Straße zu hören.

Fraktionsvorsitzender Ludger Reffgen: „Die Angelegenheit fällt tatsächlich nicht nur auf einen schlampig arbeitenden Unternehmer zurück, sondern lässt auch fragen, wie es um die Aufsichtspflicht und die Projektsteuerung durch das Amt für Gebäudemanagement steht. Reffgen: „Was können sich Auftragnehmer in Hilden gegenüber der Stadt als öffentlichem Auftraggeber eigentlich alles erlauben?“

Leider, und das verärgere besonders, sei dies kein Einzelfall. Reffgen erinnert an den Umbau und die Erweiterung der Grundschule Walderstraße, wo eine Fassade nach wochenlanger Bautätigkeit und vermeintlicher Fertigstellung der Arbeiten wegen Pfusch am Bau wieder abgerissen werden musste. Nicht nur, dass dies Mehrkosten im hohen sechsstelligen Bereich verursachte und eine erhebliche Verzögerung bis zur Inbetriebname des Schulgebäudes bewirkte, so Reffgen. Es mache auch deutlich, dass sich offenbar städtischerseits wochenlang niemand um die Baustelle gekümmert habe und keiner die fachgerechte Ausführung der Arbeiten zeitnah in kurzen Intervallen überwache. Reffgen: „Wenn das Amt für Gebäudemanagement zur sachgerechten Baubegleitung nicht in der Lage ist, muss es der Baudezernent selbst machen.“

 

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