Mit klärenden Worten und einem persönlichen Bekenntnis hat Bürgermeister Pommer auf die seit Wochen schwelende Diskussion um Tempo 30 auf einigen Straßenzügen reagiert. Die Ratsfraktion von Bürgeraktion und Piraten hatte am Wochenende am Schweigen des Stadtoberhaupts Kritik geübt und ihr Unverständnis geäußert, wie die Rathausspitze die an Schärfe zunehmende Diskussion treiben lasse.
Jetzt also ein in der Sache überfälliges Bekenntnis aus der Rathaus-Chefetage. Darin legt Pommer gegenüber der Tagespresse (Rheinische Post vom 30. Juni) noch einmal die Gründe dar, die für die Verwaltung und sein persönliches Abstimmungsverhalten im Stadtrat maßgeblich waren: Auf Berechnungen basierende fachliche Bewertungen zum Lärmaktionsplan, die Entlastung von besonders lärmgeplagten Menschen an extrem betroffenen Straßenabschnitten und die Erhöhung der Sicherheit für schwächere Verkehrsteilnehmer.
Pommer, nicht nur Bürgermeister, sondern auch Verwaltungschef und damit Leiter der für Straßenverkehrsfragen zuständigen Unteren Straßenverkehrsbehörde, macht dabei den Abwägungsprozess deutlich, der sich grundsätzlich jedem verantwortlich handelnden Ratsmitglied stellt: die unterschiedlichen Interessen der Bevölkerung abzuwägen und zu gewichten und letztlich im Rahmen eines Interessenausgleichs zu harmonisieren.
Pommer betont, dass es sich keineswegs – wie immer wieder und offenbar gezielt angeführt wird – um eine einseitige Benachteiligung des gewerblichen Verkehrs handele. Die meisten, in Hilden stark vom Güterverkehr genutzten Straßenverbindungen seien von der Regelung ohnehin nicht betroffen.
Die Aussage des Bürgermeisters ist augenscheinlich auf einige von IHK und Industrieverein ins Feld geführte unzutreffende Darstelllungen gemünzt. Von den Lobbyverbänden war wiederholt behauptet worden, es gehe um die pauschale Beeinträchtigung der verkehrlichen Infrastruktur zu Lasten der örtlichen Wirtschaft. Auch die CDU hatte noch in der vergangenen Woche den Eindruck zu vermitteln versucht, ein „pauschales“ Tempolimit für alle Hauptverkehrsstraßen stehe im Zusammenhang mit dem Lärmaktionsplan auf dem Spiel (RP vom 27. Juni 2026). Das hat der Bürgermeister, selbst CDU-Mitglied, jetzt geradegerückt.