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Bebauung Meide-West: Abgelehnt

By 14. Februar 2017Allgemein
Der westliche Teil der Meide wird nicht bebaut. Und eine Untersuchung zur Vorbereitung einer Bebauung gibt es auch nicht. Das beschloss der Wohnungsbauförderungsausschuss mit großer Mehrheit gegen die Stimmen der SPD. Die Bebauung der großen Freifläche am Westring ist damit vom Tisch – zumindest einstweilen.
Ob das dauerhaft so bleibt, kann im Augenblick niemand vorhersagen. Die SPD ist weiterhin der Meinung, dass die Fläche für öffentlich geförderten Wohnungsbau und preiswerten Wohnraum benötigt wird, steht damit aber zur Zeit allein im Rat. Denn entgegen der sonst üblichen schwarz-rot-grünen Mehrheit finden die Genossen aktuell keine Bündnispartner. Die Grünen hatten schon vor Wochen signalisiert, dass sie zwar vieles mitmachen, die Ackerfläche am Schalbruch aber nicht angetastet wissen möchten. Und auch die CDU schien zu spüren, dass jedem, der die landwirtschaftliche Fläche für einen neuen Stadtteil mit hunderten Wohnungen zu opfern bereit ist, der Wind scharf ins Gesicht bläst. Gerade vor der Landtagswahl wäre Rückenwind besser.
Seit letzten Herbst hatte der Vorschlag von Bürgermeisterin Alkenings (SPD) in der Bevölkerung viel Staub aufgewirbelt und zum Teil heftige Proteste ausgelöst. Entsprechend groß war das Interesse am Abstimmungsverhalten der Fraktionen in den Sitzungen.
 
Investor stand schon bereit
Für die Stadtentwicklung ist der Beschluss ein wichtiges Signal. Er gibt der Verwaltung auf, zum Bau von öffentlich geförderten Wohnungen zunächst andere Standorte heranzuziehen, und die letzte größere Freifläche im dicht besiedelten Hildener Norden zu schonen. Offenbar sehr zum Missfallen der Bauleute im Rathaus. Denn als hätte es ernsthafte Zweifel an den zuvor vom Bauamt geleugneten, konkreten Absichten zur großflächigen Bebauung von Meide-West gegeben – „Wir wollen ja zunächst nur untersuchen…“ -, ist es der Verwaltung jetzt nach dem Negativentscheid noch wichtig, die Öffentlichkeit wissen zu lassen: „Die Verwaltung ist überzeugt, dass wir einen Investor gefunden hätten…“ Hatte das zuvor wirklich jemand in Frage stellen wollen? Immerhin bekommen die Bürger auf diesem Wege – dem Planungsamtsleiter sei Dank – eine Bestätigung für das, was sie ohnehin schon zu wissen glaubten: Das Verfahren zur so genannten „ergebnisoffenen“ Prüfung sollte zielsicher in die offenen Arme eines vermarktungsbereiten Investors führen.
So ganz zu den Aken wird die Angelegenheit übrigens noch nicht gelegt. Zunächst wird sich in Kürze der Stadtentwicklungsausschuss noch einmal mit dem Thema beschäftigen. Mal sehen, ob er das Votum der Kollegen im Wohnungsbauförderungsausschuss übernimmt, oder ob es seitens der SPD und ihrer erfüllungshelfenden Verwaltung Versuche geben wird, den Beschluss aufzuweichen und ihn zu unterlaufen.
 
Können Sozialwohnungen nur auf der „grünen Wiese“ gebaut werden?
In diesem Zusammenhang wird auch erneut die Frage zu stellen sein, warum am Westring/Schalbruch Sozialwohnungen entstehen könnten, auf dem stadteigenen Areal der ehemaligen Theodor-Heuss-Schule an der Furtwänglerstraße – immerhin sind dort an die hundert neue Wohnungen geplant – aber keine einzige vorgesehen ist. Die Bürgeraktion hatte diese Frage bereits mehrfach aufgeworfen, von den Befürwortern der Bebauung in der Meide aber keine Antwort bekommen. Können in den Augen der Stadt Sozialwohnungen nur auf der „grünen Wiese“ gebaut werden? Und: Hat die SPD den für Hilden so wichtigen Grün- und Freiflächenschutz zwar versprochen, denkt aber nicht daran, ihn einzuhalten?

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