Aktuell werden die Hildener Bürger erneut mit einem Pipeline-Vorhaben konfrontiert. Unter der Bezeichnung „Delta Rhine Corridor“ (DRC) beabsichtigt ein Unternehmen, eine Kohlenstoffdioxid-Transportleitung in Nord-Süd-Richtung durch den Kreis Mettmann zu verlegen. Die Leitung soll auch durch Hilden und Erkrath verlaufen.


Falls das Kohlendioxid-Pipeline-Projekt rechtsrheinisch durch den Kreis Mettmann geführt wird, rechnen Kommunalpolitiker in Hilden und Erkrath mit heftigen Konsequenzen für eine Reihe Wohngebiete in ihren Städten. Diese Sorge äußern die beiden Fraktionsvorsitzenden Ludger Reffgen, Bürgeraktion|Piraten in Hilden und Bernhard Osterwind, BMU (Bürger mit Umweltverantwortung)
Erkrath in einer gemeinsamen Erklärung.

Obschon die endgültige Trasse der Gasfernleitung zwischen dem Raum Köln und Rotterdam in den Niederlanden noch nicht feststehe und zur Zeit noch eine Raumverträglichkeitsprüfung stattfinde, existierten in den Köpfen der Planer offenbar schon ziemlich genaue Vorstellungen vom Weg, den die Leitung nehmen solle. So werde auffällig oft von einer Bündelung mit dem Streckenverlauf der Autobahn A3 gesprochen, an der die Rohrleitung östlich vorbei verlegt werden solle. Sollte an dieser Absicht festgehalten werden, gehe das in Hilden und Erkrath nicht, ohne Wohngebiete zu berühren. „Das hätte gravierende Auswirkungen“,  befürchten die beiden Fraktionschefs, die von einer neuerlichen Schneise durch ihre Städte sprechen und die Bürger motivieren, sich dagegen zu wehren.

Wichtig: Die Beteiligungsmöglichkeit endet am 26. Oktober 2026 (Ausschlussfrist).

„Sollte der häufig genannte Leitungsverlauf tatsächlich realisiert werden, müssten zum Beispiel in Hilden an der Elberfelder Straße und der Fuchsbergstraße unweigerlich Häuser fallen“, schreibt Ludger Reffgen in einem Bürgerbrief, den er in dieser Woche an dortige Anlieger gerichtet hat. Ähnlich sehe es in Unterfeldhaus aus, ergänzt sein Erkrather Kollege, der darüber hinaus betont, der klimapolitische Zweck, der der Pipeline zugeschrieben werde, ersetze noch keine Umweltverträglichkeitsprüfung und belastbare Sicherheitsnachweise.

Die beiden Politiker fordern die Bürger in ihren Städten auf, unter der Internet-Adresse www.beteiligung.nrw.de/k/1031007 unbedingt von ihrer Einspruchsmöglichkeit Gebrauch zu machen. Dazu besteht noch bis Montag, 26. Oktober Gelegenheit. Für Rückfragen bietet die Bürgeraktion auch eine Hotline unter der Ruf-Nr. 910210 an.

 

 

ZUR INFO


Die Leitung soll auf einer Länge von 200 Kilometern das bei Produktionsprozessen an Industrie-Standorten entlang des Rheins anfallende Kohlenstoffdioxid (CO2) zu Speicherstätten unter der Nordsee transportieren und Teil eines länderübergreifenden Transportnetzes werden. Die Rede ist von einer Rohrleitung mit einem Querschnitt von 80 Zentimetern (DN 800), die in fünf Meter Tiefe verlegt werden soll. Für die Bauausführung wird nach Unternehmensangaben ein Arbeitsstreifen von 30 bis 40 Metern Breite benötigt, der als Baufeld dient und zunächst komplett geräumt werden muss. Nach Fertigstellung (geplant im Jahr 2033) muss immerhin noch ein nicht überbaubarer zehn Meter breiter Schutzstreifen von Bebauung und Gehölzen frei bleiben.

 

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