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Der Bürger im Dienste der Verwaltung

By 13. Dezember 2017Allgemein

Auch wenn das Thema in Hilden kein weltbewegendes ist, sondern eher den kleineren Sorgen der Bevölkerung geschuldet war: Als es darum ging, mit etwas mehr Service den Bürgern in bestimmten Straßen das Laubkehren zu erleichtern, präsentierte das Rathaus viele Ablehnungsgründe. Dabei mangelte es der Verwaltung nicht an Einfallsreichtum. Ein Kommentar.

VON LUDGER REFFGEN

Man hätte es vorher wissen können: Was in vielen Städten funktioniert, hat in Hilden keine Chance. Mit absurden Vorstellungen hat die Verwaltung auf den Vorschlag der BA reagiert, zur Bewältigung der Laubberge in ein bis zwei Straßen versuchsweise und vorübergehend – das Laubproblem gibt es eben nur in den Herbstwochen – einige Drahtkäfige aufzustellen. Die Drahtgeflechte sollten den Anwohnern beim Laubfegen helfen und in Straßen mit starkem Baumbewuchs den Kauf von Papiersäcken für die Laubentsorgung überflüssig machen.

Antrag kaputtgeredet und wegproblematisiert

An der Verwaltung prallt die Bürgerkritik genau so ab, wie Vorschläge, etwas zu verbessern: zu teuer, kein Personal, fehlende Fahrzeuge mit Spezialausstattung, kein Platz zur Aufstellung, um nur einige der fast endlos scheinenden Ablehnungsgründe zu nennen. Zudem weiß man auch im Rathaus um die jahreszeitlich bedingte Vergänglichkeit des Themas.

Zum Vergleich: 2004 übernahm die Stadt die Papiersammlung im ganzen Stadtgebiet von einem Privatunternehmer, um die Abfuhr der Blauen Tonnen in Eigenregie zu betreiben. Seither rühmt sich der städtische Bauhof, die Umstellung ohne einen einzigen zusätzlichen Mitarbeiter und ohne ein zusätzliches Fahrzeug geschafft zu haben.

Merken Sie etwas? Genau! Während es dort darum ging, einer Vorstellung aus dem Rathaus zu entsprechen, geht es hier darum, einen Vorschlag aus der Politik – noch zudem von der oppositionellen BA – zu eliminieren. Beim Problematisieren und Ablehnen eines Antrags mangelt es der Verwaltung nicht an Kreativität, und seien die Argumente auch noch so haarsträubend und verwegen.

Wie also weiter? Im Ergebnis bleibt alles beim Alten. Den Bürger knechten und ihn für seine Mitarbeit bezahlen lassen, das ist das Prinzip. Motto: Lieber der Bürger macht den Rücken krumm, als die Verwaltung. Der Laubsack sei die wirtschaftlichste Lösung, heißt es – für die Stadt versteht sich, nicht für die Bürger. Mit anderen Worten: Der Bürger steht weiter im Dienste der Verwaltung.

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