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Negativrekorde bei der Bürgermeisterwahl

By 14. September 2015Allgemein
 
Auf ein absolutes Tief fiel die Beteiligung bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag. Welche Erkenntnis bleibt in der allgemeinen Bewertung dieser Wahl?
Wie attraktiv sind Bürgermeisterwahlen und was bleibt von ihnen, wenn sie nicht im Windschatten von Europawahlen oder sonstigen Urnengängen segeln?
Vielerorts machten nur äußerst magere 30 Prozent plus x von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Grottenschlecht. Jetzt entschuldigend auf die nicht synchronisierte Kommunalwahl zu verweisen, greift zu kurz. Sollte die Wahl eines Stadtoberhaupts nicht allein Grund genug sein, zur Wahl zu gehen?
Die meisten Menschen interessiert aber offenbar nicht die Bohne, wer an der Spitze ihrer Stadt steht. Das dürften sich die Bürgermeister und Bürgermeisterinnen auch selbst zuschreiben, wird das Angebot an profilierten, charismatischen, befähigten und nicht zuletzt souveränen Persönlichkeiten doch immer geringer. Die Erfahrungen, die die Menschen landauf landab – auch in Hilden – jeden Tag mit ihren Stadtoberhäuptern machen, lassen auf Distanz gehen. Da hilft auch kein Hurra-Journalismus der Lokalpresse.
Hilden war dieses Mal nicht im Rennen. Nicht direkt. Indirekt schon. Denn immerhin hatten zwei mit Hilden verbundene Kandidaten andernorts für ihre Partei den Hut in den Ring geworfen – und scheiterten beide an ihrer Aufgabe.
Erster Beigeordneter Danscheidt war mit Favoriten-Erwartungen in der verschlafenen Kreisstadt Mettmann angetreten. Jetzt wird er als „zweiter Sieger“ mit schlechten Karten in der Stichwahl gegenüber seinem unabhängigen Kontrahenten versuchen müssen, das Unmögliche möglich zu machen. Und auch die ansonsten erfolgsverwöhnte Hildener SPD musste hinnehmen, dass Bäume nicht in den Himmel wachsen. Der bei ihr beheimatete OB-Kandidat in Oberhausen scheiterte bereits im ersten Wahlgang – nach über 50-jähriger Alleinherrschaft der SPD mitten im traditionell roten Revier. So gründlich, dass der Kämmerer der hochverschuldeten Stadtkasse sich die Stichwahl sparen kann.
Überhaupt standen vielerorts im Land die Zeichen auf Wechsel. Vielleicht ist das die beste Nachricht, die von diesem Wahlsonntag bleibt.

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