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Phantomzahl 330

By 30. November 2016Pressemitteilungen

Presseerklärung des Fraktionsvorsitzenden der Bürgeraktion, Ludger Reffgen, zum Entwicklungspotential der Stadt Hilden im Gebiet Meide-West

 

Im Zusammenhang mit der öffentlich diskutierten Bebauung der landwirtschaftlichen Fläche zwischen Elb und Meide geistert in den letzten Tagen immer wieder die Zahl „330“ durch die Medien: 330 Wohnungen wären auf dem Acker „wohl möglich“, und häufig wird die Zahl noch flugs mit einem einschränkenden „bis zu“ ergänzt.

In der Tat findet sich exakt diese Zahl im Exposé des Planungsamts zur Beschreibung des Bauvolumens. Der flüchtige Leser der Angabe übersieht jedoch eine kleine, nachgestellte Randziffer, der eine Fußnote gewidmet ist. Darin weist die Verwaltung – um möglichen Überraschungen vorzubeugen – ausdrücklich darauf hin, dass die „unter jeglichem Vorbehalt stehende“ Zahl eine „vollkommen unverbindliche Angabe“ darstellt und die Schätzung „nur zur Orientierung“ dient.

Der Hinweis kommt bekannt vor. Im Rahmen des inzwischen abgeschlossenen Bauleitplanverfahrens zur Bebauung des Geländes im Umfeld der Albert-Schweitzer-Schule war zunächst in der gleichen Arbeitsgrundlage, dem Strategischen Stadtentwicklungskonzept, von „nur“ 65 Wohneinheiten die Rede. „Unverbindlich“ wie die Verwaltung später immer wieder betonen sollte. Am Ende eines Architektenwettbewerbs kürte eine „unabhängige Jury“ einen Plan mit 145 Wohnungen, und der wurde vom Rat schlussendlich mehrheitlich auch beschlossen.

Legt man dieses Zahlenverhältnis bei der Freifläche Westring/Meide/Schalbruch im Nordwesten zu Grunde, kommt die fiktive Berechnung auf 735 Wohneinheiten. Diese Zahl ist zwar noch weit von den städteplanerischen Projektionen in den 1980er Jahren entfernt, als hier ein neuer Stadtteil mit etwa 5.500 Menschen entstehen sollte – zum Glück nur am Reißbrett. Aber die Größenordnung spiegelt dennoch die mögliche Bandbreite auf der Grundlage der planerischen Freiheit.

Alle Zahlenangaben, die zur Zeit kursieren, sollten daher mit Vorsicht genossen werden. Letztlich wird der Druck der Wirtschaftlichkeit und der Gewinnoptimierung alle anderen Argumente und Interessen in den Schatten stellen. Aber dann ist es eh zu spät und die aktuell noch offene Frage „Bebauung – Ja oder Nein?“ längst beantwortet.

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