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Schwanenstraße: Einsturz mit Ansage

By 18. Juli 2017Juli 19th, 2017Allgemein

Die Fassade der früheren Bäckerei Look solle erhalten bleiben, hatte es vor Beginn der Abbrucharbeiten geheißen. Die Leiterin der Bauaufsicht äußerte sich zufrieden über die Planungsabsichten von Architekt und Bauherr. Jetzt ist außer einem Schutthaufen von dem denkmalbereichsprägenden Gebäude in der Hildener Altstadt fast nichts mehr geblieben. Ergebnis eines unsachgemäßen Abbruchs?

 

Der Anblick löst Empörung aus. Wer in die Schwanenstraße kommt, den trifft beim Anblick der Hildener Traditions-Bäckerei Look der Schlag. Mitten im Herzen der historischen Hildener Altstadt, dort, wo einst die legendären Mandel-Weckmänner die Auslage schmückten, zwischen „Fachwerk“, Haus „Zum Schwan“ und Kückeshaus, gleich gegenüber dem Haus „Auf der Bech“, klafft eine Lücke, zeugen nur noch ein paar halbhohe, fensterandeutende Ruinen davon, dass hier einmal ein Gebäude gestanden haben muss.

Haben Bauherr und Architekt die Auflagen der Bauaufsicht missachtet? Oder ist die Behauptung vieler Passanten, in Hilden sei „aus Erfahrung“ mit dem „Einsturz“ der Fassade ohnehin zu rechnen gewesen, nur der Ausdruck „böser Zungen“, wie es die Presse sieht.

„Nach dem Einsatz eines schweren Baggers beim Abbruch, ohne jeglichen statischen Schutz der Fassade, war das ein Einsturz mit Ansage“, findet die BA. „Wer so an einen Teilabbruch herangeht, nimmt fahrlässig oder gewollt schwere Schäden an den nicht zum Abbruch bestimmten Gebäudeteilen in Kauf.“ Zumal den Verantwortlichen – anders als der staunenden Presse – bekannt sein musste, dass vor über hundert Jahren Mauerwerk noch mit Kalk errichtet wurde, und Zement oder gar Beton am Bau noch gänzlich unbekannt waren.

Übers Wochenende vollendete Tatsachen geschaffen

Wenn in einem solchen Fall die Fassade erhalten werden soll, erfordert das beim Abbruch der angrenzenden Teile sehr filigrane Arbeiten, die tunlichst von Hand erledigt werden. Doch das geschah nicht. Bereits in der Vorwoche, als die Arbeiten tagelang unterbrochen waren, war im oberen Bereich der nördlichen Giebelwand ein starker Riss zu beobachten, der Spitzgiebel drohte erkennbar abzubrechen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hätten an den noch nicht beeinträchtigten Fassadenteilen unterhalb des Dachansatzes (Traufe) Sicherungsmaßnahmen stattfinden müssen, anstatt den Einsatz mit schwerem Gerät am Wochenende fortzusetzen und das Haus fast dem Erdboden gleich zu machen.

Mit Schutzvorkehrungen zum Erhalt von Fassade und Seitenwänden hatten Bauherr, Architekt und Abbruchunternehmen offenbar nichts am Hut. Jetzt dankt der ungenannte Bauherr über die Presse „der Stadt Hilden für die Zusammenarbeit“. – Ein Schelm, der Böses dabei denkt!

Die Bauaufsicht muss sich fragen lassen, wo sie ihre Augen in diesen Tagen hatte, und ob es neben der allgemeinen Auflage, die Fassade inclusive Seitenwände zu erhalten noch Vorgaben für die Durchführung der Arbeiten gab. Darüber hinaus wäre es interessant zu erfahren, welche Rolle der Architekt oder Bauleiter bei dem Ganzen spielt und ob er seiner leitenden Verantwortung gerecht geworden ist.

 

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