Die einstige Vorzeige-Bibliothek soll bis August nur noch vormittags öffnen. Darüber berät am Donnerstag dieser Woche der Kulturausschuss, der unter dem Vorsitz von Ludger Reffgen im Bürgerhaus an der Mittelstraße zu einer öffentlichen Sitzung zusammenkommt.

 

Als Ende vergangenen Monats die Stadtverwaltung kurz und knapp darüber informierte, wegen zu erwartender Hitze sei in den drei Sommermonaten Juni, Juli, August die Stadtbücherei, in ihrem repräsentativen Gebäude am Nové-Město-Platz untergebracht, nur noch in den Vormittagsstunden geöffnet, blieb die kritische Resonanz nicht aus. Nutzer protestierten in einem gemeinschaftlich verfassten Leserbrief in der Rheinischen Post gegen die Regelung und machten ihr Unverständnis deutlich. Was sie vor allem ärgerte: Die Belange von Schülern und Berufstätigen blieben bei Öffnungszeiten werktags zwischen 7.30 und 12.30 Uhr völlig unberücksichtigt.

Die vorgetragenen Bedenken und das mit dem Leser-Echo zum Ausdruck gebrachte öffentliche Interesse veranlassten Ausschussvorsitzenden Ludger Reffgen, das Thema im Kulturausschuss auf die Tagesordnung zu setzen. Erstens, wie er erläutert, um der Kulturverwaltung Gelegenheit zu geben, den Sachverhalt darzulegen und zweitens, um der Politik die Chance einzuräumen, falls gewünscht mit einem bürgerfreundlichen Beschluss Einfluss zu nehmen.

Tatsächlich käme eine nur noch auf die Vormittagsstunden reduzierte Öffnung einer dreimonatigen Teilschließung gleich. Die Verwaltung hatte ihre Entscheidung mit Hinweisen begründet, die hinter der Glasfassade gelegenen Bibliotheksräume würden bei sommerlichen Temperaturen stark aufheizen. Bei der nach Osten ausgerichteten Fassade dürfte das allerdings vor allem in den Vormittagsstunden der Fall sein.

„Bücherei des Jahres“

Bereits in der Vergangenheit waren in der Stadtbibliothek wiederholt die Öffnungszeiten gekürzt worden, vornehmlich um Personal einzusparen. Auch das Budget zur Aktualisierung der angebotenen Medien war stark zusammengestrichen, der Leseausweis parallel jedoch etwas verteuert worden.

Eine öffentliche Bücherei gilt als freiwillige Leistung im Dienstleistungsangebot einer Stadt. In einem bundesweiten Vergleich war die Hildener Stadtbibliothek schon einmal als „Bücherei des Jahres“ ausgezeichnet worden. Aber das war 2016 – liegt also schon zehn Jahre zurück.

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