Wenn ein Gericht frühere richterliche Entscheidungen infrage stellt oder korrigiert, ist das eine Angelegenheit, die in Sachen CO-Pipeline in Hilden mehr als nur eine Minderheit interessiert. Zu groß ist das Gefährdungspotenzial, zu groß sind Betroffenheit und Sorgen, die die Menschen in der Stadt mit diesem Projekt verbinden.
Umso mehr verwundert es, wenn Politik und Öffentlichkeit trotz eines überwältigenden Interesses eher schleppend aus dem Rathaus informiert werden. Ganz im Gegensatz zu anderen Stadtverwaltungen, wo dem Thema erheblich mehr Aufmerksamkeit und – auch das – eine hohe Reaktionsbereitschaft bei der Weitergabe von Informationen entgegengebracht wird. Dort werden Politik und Öffentlichkeit hervorragend bedient und über die aktuelle Entwicklung unverzüglich in Kenntnis gesetzt.
Dass sich die Verantwortlichen im hiesigen Rathaus ob solcher Vergleiche prompt extrem empfindsam geben und sich pflichtschuldigst beeilen, den sich aufdrängenden Eindrücken zu widersprechen – geschenkt. Die auffälligen Entlastungsbekundungen bewirken eher das Gegenteil. „Selbstverständlich beobachten wir die aktuellen Entwicklungen aufmerksam“, heißt es da mit rechtfertigendem Unterton gegenüber der Presse unter Hinweis auf den Austausch mit der Anwaltskanzlei, die die Stadt Hilden in den Verfahren vertritt.
Was bleibt, ist das unbefriedigende Gefühl, dass die Stadt ihr Informationsmonopol hochmütig zu pflegen versucht. Ein Grundproblem, das der Transparenz in Hilden im Wege steht.