Die Ecke einer Wiese am Rande des Schulcampus’ Holterhöfchen zum „Europaplatz“ zu erklären, war von vornherein gleichermaßen tollkühn wie nicht sachgerecht und unsensibel. Aber letztlich hat die Verwaltung im Europawahljahr 2024 dem von der SPD mitgetragenen Wunsch der CDU-Fraktion entsprochen.
Die Christdemokraten hatten im Wettlauf mit den Grünen wenige Monate vor der Europawahl – unbedingt, ob passend oder nicht – einen solchen Platz mit hochtrabenden Assoziationen gewollt. Es sollte ein flankierender Beitrag zum Europawahlkampf sein und das Profil der Hildener Christdemokraten als Europa-Partei schärfen helfen. Da sich zur Realisierung im Stadtgebiet keine gescheite Lösung anbot, musste eine solche mit der Brechstange gefunden werden. Das konnte nur schiefgehen.
Die Umsetzung war von vornherein so drittklassig-unwürdig angelegt, dass sich schon kein Promi für die Einweihung hatte hergeben wollen. Inzwischen sind zwei Jahre vergangen und die Idee hat sich zur fortgesetzt lächerlichen Posse gemausert, der man eigentlich nur wünschen kann, dass sie bald von der Bühne verschwindet.
Noch vier weitere Jahre auf dem „Spielplan“? Europa wird das unwürdige Schauspiel, das sich in einer, kontinental betrachtet, wenig bedeutsamen Stadt an einem noch unbedeutenderen Ort abspielt, gewiss überleben. Aber die „Aufhören-aufhören“-Rufe aus dem verärgerten Publikum sollten trotzdem nicht überhört werden. Andernfalls gerät der Platz, der keiner ist, Mal um Mal zum öffentlichen Ärgernis.
Die CDU sollte erkennen: Es ist eben nicht damit getan, eine Idee „herauszuhauen“ und der Verwaltung den Rest zu überlassen. Eine Idee, die im Übrigen dem durchsichtigen Wahlkampfkalkül entstammte, auf kurzfristigen Effekt an der Wahlurne angelegt war und der in Hilden schlicht jegliche Voraussetzung fehlt, angemessen und mit dem nötigen Respekt verwirklicht zu werden. Wann zieht die CDU aus dem Scheitern ihrer fixen Idee die Konsequenz? Wer dem europäischen Gedanken einen Dienst erweisen möchte, sollte schleunigst diesen Unfug beenden.