Qiagen: Bürgeraktion in Sorge um Biotech-Standort

Qiagen, eines der Top-Unternehmen in Hilden, soll geschluckt werden. Das könnte nicht nur Folgen für die Beschäftigten haben, sondern auch für die Stadt, befürchtet die Bürgeraktion.

Der herausragende Ruf der Stadt Hilden als Standort für Biotechnologie steht und fällt mit dem Namen Qiagen. Diesen Ruf sieht die Bürgeraktion Hilden durch den vor wenigen Tagen bekannt gewordenen Verkauf von Qiagen in Gefahr. Nachdem das börsennotierte Unternehmen offenbar seit geraumer Zeit unter hohem Übernahme-Druck steht und, Medienberichten zufolge, nach mehreren Anläufen jetzt ein amerikanischer Technologie-Konzern den Zuschlag bekommen soll, befürchtet die BA nichts Gutes für die weitere Entwicklung im Hildener Osten.

Leidtragende der ungewissen Entwicklung bei Qiagen seien vor allem die mehr als tausend Mitarbeiter am Konzern-Standort Hilden. Qiagen habe sich im Laufe seiner imposanten Firmengeschichte zu einem der bedeutendsten Arbeitgeber in der Stadt entwickelt. Da träfe es die hochspezialisierten Fachkräfte besonders hart, sollten die neuen Eigentümer keine Standort- und Beschäftigungsgarantie geben wollen, beurteilt BA-Fraktionschef Ludger Reffgen die Lage.

„Wir hoffen, dass sich die neuen Eigentümer auch dem ‚Human-Kapital‘ ihres Zukaufs verpflichtet fühlen.“

Nicht unerhebliche Irritationen dürfte der Unternehmens-Verkauf nach BA-Einschätzung auch beim Berufskolleg Hilden auslösen, das der Biotechnologie standortbedingt einen gesonderten schulischen Ausbildungsschwerpunkt gewidmet habe. Viele Abiturienten aus der Region hätten sich in der Vergangenheit bei ihrer Berufswahl für eine biowissenschaftliche Ausbildung bei einem der namhaften regionalen Unternehmen der Branche, wie zum Beispiel bei Qiagen entschieden. Dem kontinuierlich großen Ausbildungsangebot hatte das Berufskolleg mit der Bildung spezieller Fachklassen und Bildungsgänge entsprochen.

Qiagen, so die BA, habe bisher in Hilden als höchst attraktiver Arbeitgeber gegolten. Da bliebe ein Sozialplan nicht ohne Folgen für den regionalen Arbeitsmarkt, auch für ein großes, mittelbar abhängiges Dienstleistungsumfeld. Reffgen: „Wir waren uns immer des Arbeitsmarkt-Juwels Qiagen bewusst. Wir hoffen und wünschen, dass die neuen Eigentümer sich auch dem ‚Human-Kapital‘ ihres Zukaufs verpflichtet fühlen.“