Änderungen zur Sportförderung: Suspekt

By 13. Juni 2020Meinung, Neues

Der Versuch, die Richtlinien für die Zahlung von Zuschüssen an die Hildener Sportvereine zu ändern, ist im Ansatz steckengeblieben. Dabei ging viel Porzellan zu Bruch.

Das war den meisten Fraktionen im Stadtrat wohl nicht geheuer. Erst legt die Verwaltung dem Rat im Sportausschuss neue Richtlinien zur Sportförderung in Hilden vor. Darin wird der Begriff „unentgeltlich“ zur Sportstättennutzung der Vereine kommentarlos gestrichen.

Natürlich bleibt die Reaktion nicht aus: Viele betroffene Vereinsverantwortliche zeigen sich verwundert und irritiert. Soll hier still, klamm und heimlich die kostenlose Nutzung der Hallen und Sportplätze kassiert werden? Spekulationen schießen ins Kraut. Die Verwaltung, von dieser Entwicklung offenbar völlig überrascht, versucht sich in Schadensbegrenzung, der Sportdezernent – von der Presse aufgeschreckt – schiebt Erklärungen zur Steuerrechtsänderung nach, die jedoch wenig verfangen. Zu groß ist das Misstrauen, dem Rathaus nicht über den Weg trauen zu können. Denn wenn die Richtlinien erst einmal geändert sind, fürchten viele, gebe es kein Halten mehr, käme das einem Dammbruch gleich, und die Vereine wären am Ende die Dummen.

Diesem Endruck mochten sich die Fraktionen im Sportausschuss auch nicht entziehen. Sie taten das, was in solchem Fall angeraten ist: Sie holten „die Kuh vom Eis“ und gaben der Verwaltung auf, bevor es mit dem Thema weitergeht, zunächst das nachzuholen, was sie bisher in der Sache offenkundig versäumt hatte: mit den Vereinen zu sprechen.

Vielleicht lässt sich dabei ja das ramponierte Vertrauen wieder stückweise herstellen. Denn ohne das Erfordernis der Richtlinienänderung bewerten zu wollen, lässt sich eines zweifelsfrei feststellen: Handwerklich war die beabsichtigte Änderung einfach schlecht gemacht. Dass sich die Vereine nichts unterjubeln lassen, hätte man im Rathaus aus Erfahrung wissen dürfen. Es trotzdem zu versuchen, ist dilettantisch oder schlicht töricht.