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BA übt deutliche Kritik am Klimaschutz-Verhalten im Rathaus.

 

Die Hitzewelle lässt die Menschen aktuell extrem leiden, in Hilden aufgrund der dichten Bebauung ganz besonders. Da wundert es kaum, dass angesichts des immer häufiger auftretenden Extremwetters die Rufe nach „kommunalen Hitzeaktionsplänen“ lauter werden. Beispielsweise vom Städte- und Gemeindebund, der Dachorganisation der kreisangehörigen Kommunen, der die Politik auffordert, Menschen vor gesundheitlichen Gefahren zu schützen und in den Städten grüne Klimaoasen zu schaffen: Etwa verstärkt in Dach- und Fassadenbegrünung zu investieren, oder für Aufenthaltsgelegenheiten in kühler Umgebung zu sorgen. Auch Überlegungen, den schwarzen Asphalt durch einen helleren Asphalt zu ersetzen, könnten laut Städte- und Gemeindebund Temperaturreduzierungen bringen. Und von der Bundesregierung kommt ganz allgemein die Empfehlung, Städte bräuchten mehr Bäume.

 

In Hilden gibt es bisher weder einen Aktionsplan für extrem heiße Tage noch sonstige Vorkehrungen, den Menschen das Schwitzen zu erleichtern. Im Gegenteil: Kurz vor der Hitzewelle wurden im dicht bebauten Hildener Norden drei kerngesunde ausgewachsene Platanen gefällt, die an Tropentagen wie diesen und darüber hinaus mit ihren mächtigen Kronen eine wichtige Funktion als Schattenspender hätten übernehmen können. Sie wurden gemäß Auftrag aus dem Rathaus zu Kleinholz gemacht, weil die Wurzeln der Bäume wiederholt Schäden am Straßenpflaster verursacht hätten und an einer Stelle sogar in einen Abflussgulli gewachsen seien, wie es in der offiziellen Begründung hieß. Die Stadtverwaltung berief sich dabei auf einen im Jahr 2007 gefassten Mehrheitsbeschluss im Stadtentwicklungsausschuss, der derartige Maßnahmen damals gutgeheißen habe. Die abgehackten Bäume, die auch für einen zusätzlichen Parkplatz Platz machten, sollen im Herbst durch eine kleinkronige Baumart ersetzt werden.

»Ist das noch der richtige Umgang mit Bäumen?«

Für die Bürgeraktion (BA) trägt dieses Verhalten groteske Züge, das allen Forderungen und Empfehlungen, den Klimawandel ernst zu nehmen und vorausschauend zu agieren, entgegenlaufe. „In Hilden wird leider noch immer so getan, als sei der Klimawandel eine Sache des nächsten Jahrhunderts“, macht BA-Fraktionschef Ludger Reffgen seinem Ärger über den Verlust der drei großen Platanen am Johann-Strauss-Weg Luft. Die rechtfertigende Bezugnahme auf einen, bereits vor 15 Jahren nicht unumstrittenen Beschluss zeige eine frappierende Gleichgültigkeit bei den Verantwortlichen im Rathaus. Im Übrigen bestätige dieser unbekümmerte Hinweis die in der Bevölkerung verbreitete latente Sorge, im Rathaus stehe man allzu lax dem Baumschutz in Hilden gegenüber.

„Ist das noch der richtige Umgang mit Bäumen?“, fragt der BA-Fraktionsvorsitzende. Heute wirkten solche Baum-ab-Entscheidungen wie aus der Zeit gefallen. Im Laufe von zwei Jahrzehnten hätten sich viele existenzielle Fragen gravierend geändert und auf neue Fragen müssten auch neue Antworten gefunden werden.

Natürlich müsste der reibungslose Abfluss von Niederschlagswasser gewährleistet sein. Aber es könne nicht angehen, dem Asphalt-Straßenbelag generell eine höhere Wertigkeit einzuräumen als dem Baum.„Auf jeden Fall gehört der Beschluss von vor 15 Jahren unter aktuellen Gesichtspunkten kritisch beleuchtet“, findet die BA und fordert eine zeitgemäße Bewertung in den Fachausschüssen des Rates. Die in Hilden extrem hohe Gefährdung der Menschen durch Hitze verlange eine grundlegende Neuausrichtung der Politik.