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Kein Personal, ein hoher Krankenstand, partielle Überalterung: Bürgermeister Claus Pommer versucht im Rathaus die personellen Strukturen zu verbessern. Eine unabhängige Organisationsuntersuchung bestätigt die Defizite. Jetzt müsste der Rat eigentlich die Besetzung bereits beschlossener Stellen freigeben.


Dass es im Rathaus nicht rund läuft, weil personell vieles im Argen liegt, ist hinlänglich bekannt. In vielen Bereichen lässt die Personalausstattung zu wünschen übrig, fehlen geeignete Mitarbeiter, die für eine zügige Sachbearbeitung und korrekte Aufgabenerledigung unerlässlich sind. Das ist dem Stadtrat geläufig und politisch weitestgehend unstrittig.

Um den Gründen auf die Spur zu kommen, den objektiven Bedarf zu ermitteln und Lösungsvorschläge zu erhalten, machte sich letztes Jahr im Auftrag der Politik ein Beratungsunternehmen mit einer Organisationsuntersuchung ans Werk, deren Ergebnis im Hinblick auf zu treffende Maßnahmen abgewartet werden sollte. Deshalb sperrte der Rat im Dezember zunächst zusätzlich eingerichtete Stellen, um den Auswertungen der Gutachter nicht vorzugreifen. Deren Arbeit bestand unter anderem darin, die bestehende Personalausstattung der Verwaltung Vergleichswerten anderer Kommunen gegenüberzustellen.

Das Ergebnis dieser Organisationsuntersuchung wurde jetzt dem Hauptausschuss vorgestellt. Der Abschlussbericht enthält viele Handlungsempfehlungen und Verbesserungsvorschläge mit dem Ziel, das Rathaus insgesamt zu einer effizienten Verwaltung zu führen, Arbeitsergebnisse zu optimieren und die Mitarbeiterzufriedenheit zu erhöhen. Daran wird auch noch weiter zu arbeiten sein. Als ersten Schritt den Beschluss, die Ende des Jahres verfügte Besetzungssperre für die eingerichteten und im Haushaltsplan bereits berücksichtigten Stellen entsprechend der Organisationsuntersuchung aufzuheben, fasste der Hauptausschuss indes nicht. Auf Antrag der SPD, dem sich die CDU anschloss, vertagte der Ausschuss die Entscheidung unter anderem gegen die Stimme der BA und des Bürgermeisters um einen weiteren Monat.

Unverständlich, warum eine Maßnahme mit explizit gutachterlicher Empfehlung nun abermals auf die lange Bank geschoben wird. Sie zum Spielball taktischer Überlegungen zu machen, kann auf Dauer nicht gut gehen.