Sicherheit für Radfahrer – BA: „Nach wie vor unbefriedigend“

Das Thema „Sicherheit für Radfahrer“ bleibe für die Bürgeraktion (BA) auf der Tagesordnung. Seine Fraktion werde sich weiter im Stadtrat dafür einsetzen, durch gezielte Maßnahmen und Vorschläge die Sicherheit beim Radverkehr zu verbessern, erklärt BA-Fraktionsvorsitzender Ludger Reffgen. „Wir wollen, dass es mal erst gar nicht zu brenzligen Verkehrssituationen für Radfahrer kommt.“

Erst kürzlich hatte die BA im Rathaus ein ganzes Bündel von Maßnahmen vorgeschlagen, war damit aber bei der Verwaltung auf wenig Gehör gestoßen. Zwar gebe es auch in Hilden Bereiche, die als „nicht ideal“ für Radfahrende zu bezeichnen seien, hatte die Verwaltung in einer Stellungnahme eingeräumt, jedoch möchte man im Rathaus von sicherheitsbedenklichen Bereichen in Hilden nichts wissen.

Umso mehr freue sich die BA darüber, dass jetzt auch die Kreispolizei das Problem präventiv angehe: mit einem Info-Stand diese Woche am Alten Markt. Weil die Zahl schwerer Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Fahrrädern allgemein steigt, wie die Polizei zur Begründung angibt. Die BA bedauert die steigenden Unfallzahlen und wirft dem Rathaus vor, solange es nicht zu Unfällen gekommen ist, mit „gefährlichen Situationen“ für Radfahrer in Hilden zu sorglos umzugehen.

In der Kritik: Radverkehr auf der Beethovenstraße

Die BA hatte das Thema bereits im Herbst vergangenen Jahres aufgegriffen und im Rahmen ihrer Initiative „proRad“ von radfahrenden Bürgern viele Vorschläge und Hinweise auf Mängel erhalten. Beispielsweise zur Situation auf der Beethovenstraße, die von Bürgern heftig kritisiert worden war. Demgegenüber hatte die Verwaltung die Radverkehrs-Verhältnisse auf der Beethovenstraße für ausreichend gehalten.

Jetzt war die Änderung der Straßenverkehrsordnung zugunsten von Radlern für die BA Anlass, einen neuerlichen Vorstoß zu unternehmen. Aber die zum Beispiel danach ermöglichte Grünpfeil-Regelung für rechts abbiegende Radfahrer hält die Verwaltung für Hilden nicht praktikabel. Sehr zum Bedauern der BA. Reffgen: „Was vielerorts geht, wird in Hilden leider pauschal abgelehnt.“ Da könne nur eine Änderung der politischen Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat Abhilfe schaffen.

Baudezernat beruft sich auf Verkehrsentwicklungsplan von 2004

Auch für den BA-Vorschlag, das gesamte Bahnhofs-Viertel zur Fahrradzone zu erklären, sieht die Verwaltung einstweilen keine Chance. Der Verkehrsentwicklungsplan von 2004 (!) habe das Gebiet nicht als für den Radverkehr prädestiniert eingestuft. Deshalb könne heute (2020) keine Aussage getroffen werden, ob das Gebiet für eine Fahrradzone in Frage kommen könne, heißt es aus dem Baudezernat. Reffgen: „Als sei die Welt stehen geblieben.“