Nostromo Livesoundz gibt auf – BA bangt um schlimme Entwicklung beim Kulturangebot in Hilden

Jugendkultur, Musikschule, Stadtarchiv – hinter den Kulissen ist viel Frust. Mit der Kultur geht es weiter bergab.

„Schon wieder verliert Hilden einen wichtigen Baustein seines Kulturangebots, diesmal im Bereich Jugendkultur.“ Das stellt Ludger Reffgen, kulturpolitischer Sprecher der Bürgeraktion (BA) zur Ankündigung fest, der Kulturverein Nostromo Livesoundz wolle sich noch in diesem Jahr auflösen. Nostromo Livesoundz habe für ein junges, verrücktes und innovatives Kulturprogramm im Area 51 gestanden, mit Kleinkunst, Konzerten und anspruchsvollen Kabarettveranstaltungen.

Ganz überraschend kommt das Aus nach Einschätzung der BA-Fraktion nicht. Das Todesurteil von Nostromo sei klar gewesen, als die Bürgermeisterin 2016 die Zusammenarbeit mit dem damaligen Vorsitzenden Peter Brack aufgekündigt habe, um bei der Jugendkultur den lächerlichen Zuschuss von 5000 Euro zu sparen. Der Vorgang hatte damals in Künstler- und Fankreisen eine Welle der Entrüstung, aber auch der Solidarität ausgelöst. Fortan hatte sich das Programm über Spenden finanzieren müssen. Reffgen: „Das konnte dauerhaft nicht gut gehen.“

Zurzeit gleiche die Kultur in Hilden einer großen Baustelle, auf der immer wieder neu etwas abgebrochen werde, ohne etwas aufzubauen, fasst der frühere Kulturausschussvorsitzende Beobachtungen mit Bedauern zusammen.

„Die Macher unterstützen, statt sie im Regen stehenlassen.“

Nach sich unlängst formierenden Protesten von Honorarkräften der Musikschule, kämen auch schlechte Nachrichten aus dem Stadtarchiv, dessen Leiter-Stelle schon wieder offen sei. Nach Neuorganisation sei die Wiederbesetzung der Leitungsposition als Halbtagsstelle geplatzt, nachdem die neue Leiterin bereits während der Probezeit gekündigt habe – dem Vernehmen nach, weil sie von einer leitenden Funktion eine andere Vorstellung hatte als die Verwaltungsspitze. Die lange Vakanz wirke sich nachteilig für die Stadtgeschichte aus, befürchtet Reffgen. Sein abschließendes Fazit: „Was in Hilden fehlt, ist eine Kulturpolitik, die neue Ideen und die Macher unterstützt, statt sie im Regen stehen zu lassen.“